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Freitag, 09.09.2016

Großbrand in Fischbach

In Fischbach brennt eine Scheune komplett nieder. Die Ähnlichkeit zu anderen Vorfällen ist auffällig.

Von Nadine Steinmann und Jens Fritzsche

Die Bilder vom Brand in Fischbach

Nachdem die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle bringen konnte, blieb von der Scheune an der Stolpener Straße nicht mehr viel übrig. Immerhin griff das Feuer nicht auf benachbarte Häuser über.
Nachdem die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle bringen konnte, blieb von der Scheune an der Stolpener Straße nicht mehr viel übrig. Immerhin griff das Feuer nicht auf benachbarte Häuser über.

© Rocci Klein

Fischbach. Hat er wieder zugeschlagen? Der unbekannte Feuerteufel, der seit Monaten sein Unwesen im Raum Radeberg nahe der Bundesstraße 6 und vor allem in den Arnsdorfer Ortsteilen treibt? Die Handschrift könnte jedenfalls passen: Freitagmorgen, gegen 4.40 Uhr stand plötzlich am Ortsausgang des Arnsdorfer Ortsteils Fischbach eine Scheune in Flammen. Unweit des bekannten „Fischbacher Kreisels“.

Die Bilder vom Brand in Fischbach

In den vergangenen Monaten hatte der unbekannte Zündler schon im benachbarten Ortsteil Wallroda immer wieder Scheunen in Brand gesteckt. Und war dabei von Heuballen etwas abseits des Dorfes, über eine Halle voller Landwirtschaftstechnik am Rand eines Hofes, nach und nach immer näher an bewohnte Häuser „herangerückt“. Im April hatte es sogar auf einem Dreiseithof mitten in Wallroda direkt neben einem Wohnhaus gebrannt. Die Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen verhindern. Für vier Schafe, Kaninchen und mehr als 200 Hühner kam damals allerdings jede Hilfe zu spät.

Mitte April wurde auch in Helmsdorf bei Stolpen eine 600 Quadratmeter große Scheune mit etwa 150 Strohballen Opfer der Flammen. Und in der gleichen Nacht brannte im Nachbarort Langenwolmsdorf ebenfalls eine rund 600 Quadratmeter große Feldscheune. Auch hier ist die Bundesstraße 6 ganz in der Nähe, was eine auffällige Gemeinsamkeit bei all diesen Bränden ist. Ob auch das Feuer Mitte April in der Gaststätte „Am Schänkhübel“ in Rossendorf – direkt an der B 6 – auf das Konto dieses Brandstifters geht, ist offen. Auch, ob das Feuer in einem Schuppen neben einem Wohnhaus in Radebergs Nachbarort Wachau Ende Mai in diese Serie passt.

Brand passt genau in die Serie

Der neueste Brand passt aber offenbar genau in die Serie der bisherigen Brände. Gegen 4.40 Uhr schrillten im Umkreis die Sirenen. Ein landwirtschaftlicher Gebäudekomplex stand in Flammen. In der betroffenen Scheune waren nach Aussagen der Polizei Landmaschinen, mehrere Strohballen sowie einige Ziegen untergebracht. Beim Eintreffen der Kameraden loderten die Flammen bereits meterhoch in den Himmel. Da anfangs nicht genügend Löschwasser zur Verfügung stand, mussten mehrere Tanklöschfahrzeuge aus der gesamten Region nachgefordert werden, um genügend Wasser zur Verfügung zu haben. Erst nach etwa einer Stunde war ausreichend Löschwasser vorhanden. Zwischenzeitlich konnten die Kameraden, die bereits vor Ort waren, die benachbarten Häuser vor dem Übergreifen der Flammen mit dem Wasser schützen, was vorhanden war. Außerdem war es den Einsatzkräften möglich, die Ziegen lebend aus ihrem Unterstand zu retten.

Das völlige Niederbrennen der Scheune sowie einiger Landwirtschaftsgeräte konnte allerdings nicht mehr verhindert werden. Nach Abschluss der Löscharbeiten nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen zum Verdacht der Brandstiftung auf. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Die Stolpener Straße musste zwischen Arnsdorf und dem Kreisverkehr Fischbach während der Löscharbeiten voll gesperrt werden. Die B 6 war von der Sperrung nicht betroffen. Am Einsatz beteiligt waren die freiwilligen Wehren aus Fischbach, Arnsdorf, Kleinwolmsdorf, Wallroda, Seeligstadt, Wilschdorf, Großharthau, Pulsnitz und Großröhrsdorf.

Erster Einsatz für neues Radeberger Feuerwehrfahrzeug

Auch die Radeberger Feuerwehr war vor Ort. Dabei kam auch das erst vor einer Woche offiziell in Dienst gestellte neue Löschfahrzeug zu seiner Einsatz-Premiere – außerhalb von Radeberg. Was einen kräftigen Hauch von Ironie hat. Denn das Landratsamt hatte für das 408 000 Euro teure Fahrzeuge lediglich die Grund-Fördersumme locker gemacht; in diesem Fall rund 80 000 Euro. Radeberg hatte aber auf einige zehntausend Euro Unterstützung gehofft, weil das Fahrzeug eben nicht nur für Radeberg selbst, sondern auch für den sogenannten überörtlichen Einsatz genutzt wird. Aber genau das hatte das Landratsamt schriftlich zurückgewiesen. Das neue Fahrzeug sei für Radeberg gedacht, hieß es da. „Dabei sind wir damit in allen Einsatzplänen fest auch für die umliegenden Orte vorgesehen“, hatte sich Radebergs Feuerwehrchef Frank Höhme über das Argument gewundert – und klar gemacht, „dass wir natürlich trotzdem auch außerhalb helfen werden“. Vielleicht überdenkt der Landkreis seine Haltung nach dem Einsatz der Radeberger in Fischbach noch einmal?

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