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Mittwoch, 03.01.2018

Gewitter und umstürzende Bäume

Orkanböen von bis zu 115 Kilometern pro Stunde auf dem Fichtelberg, Bäume die dem Wind durch den aufgeweichten Boden nicht standhalten können und die ersten Gewitter des Jahres: Am Nachmittag erreicht das Sturmtief „Burglind“ Sachsen.

Sturm und Regen bringt das Tief „Burglind“ auch nach Sachsen. (Archivfoto)
Sturm und Regen bringt das Tief „Burglind“ auch nach Sachsen. (Archivfoto)

© Arno Burgi / dpa

Der Regenschirm bleibt besser zuhause, eine regenfeste Jacke ist aber Pflicht: Ab dem Nachmittag werden in Sachsen Böen der Windstärken sieben bis acht erwartet. Immer wieder wird es dabei zu Regenschauern und sogar zu den ersten Gewittern des Jahres kommen. Schuld daran ist das Sturmtief „Burglind“, das derzeit über Deutschland wütet.

„Im oberen Erzgebirge werden stärkere Böen erwartet“, erklärt Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Auf freien Flächen und in den Gipfellagen kann es Orkanböen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Kilometern pro Stunde geben.“ Bis zum Donnerstagmorgen gilt für den Fichtelberg eine Unwetterwarnung: Hier kann es sogar zu Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde kommen.

Schnee soll es nur in Höhen von über 800 Metern geben. Weil die Böden bereits aufgeweicht sind und Bäume umkippen könnten, rät Oehmichen dazu, „nicht unnötig lange draußen herumzulaufen“.

Der Wintereinbruch führte am Mittwochvormittag zu mehreren Unfällen im Landkreis Görlitz. Allein zwischen Spitzkunnersdorf und Seifhennersdorf hatten gleich drei Autofahrer mit den Tücken der Jahreszeit zu kämpfen. Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilt, ereignete sich gegen 8 Uhr ein Unfall auf der Zollstraße in Seifhennersdorf, bei dem ein Sachschaden von 4 500 Euro entstand. Zur gleichen Zeit gab es einen Unfall auf der Spitzkunnersdorfer Straße. Wenig später rutschte an der Gaststätte „Hirsch“ in Spitzkunnersdorf ein Lkw auf schneeglatter Fahrbahn in einen Pkw. Ohne Verletzte endete der Zusammenstoß zweier Pkw in Seifhennersdorf gegen 9.10 Uhr. Der Sachschaden beläuft sich in diesem Fall auf rund 600 Euro. Deutlich höher ist der Schaden bei zwei weiteren Unfällen: 3 000 Euro bei der Kollision eines Toyota mit einem Hyundai auf der Zittauer Straße in Bertsdorf-Hörnitz sowie 8 000 Euro bei einem Zusammenstoß zweier Pkw am Ottokarplatz in Zittau. Bei allen Unfällen gab es keine Verletzten. Laut Polizei habe sich die Lage ab Mittag wieder entspannt.

Das gilt ebenso für die Verkehrsbehinderungen, die aufgrund der Glätte auf der Straße von Löbau nach Ebersbach in Obercunnersdorf auftraten. Mehrere Lkw hatten sich festgefahren. Gegen 11 Uhr hatte die Straßenmeisterei die Situation so weit beheben können, dass der Verkehr wieder rollte.

Am Mittwochmorgen fegte das Unwetter bereits über mehrere Bundesländer hinweg. Insbesondere der Westen und Süden Deutschlands waren betroffen, derzeit wütet der Wind über der Nordsee. In diesen Gegenden gibt es Unwetterwarnungen.

Umgestürzte Bäume und heftiger Regen behinderten am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz massiv den Berufsverkehr. Straßen waren blockiert und der Regionalverkehr der Bahn war gestört. Ein Regionalzug in Selm im südlichen Münsterland prallte gegen einen entwurzelten Baum und sprang teilweise aus den Schienen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Die Polizei appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren. Einen Überblick, wie groß die Schäden waren, gab es zunächst nicht. „Ich glaube, wir werden diese Bäume heute nicht mehr zählen können.“ Es seien einfach zu viele, erklärte eine Polizeisprecherin aus Rheinland-Pfalz.

Beruhigen soll es sich dann ab Donnerstag wieder. Mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad bleibt es mild. Frost wird erst ab der kommenden Woche wieder erwartet. (SZ/jl/the/dpa)

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