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Montag, 04.12.2017

GEW warnt vor Verbeamtungsplänen des Kultusministers

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Dresden. Im Kampf gegen den Lehrermangel in Sachsen warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vor den Verbeamtungsplänen von Kultusminister Frank Haubitz (parteilos). Da nicht alle Lehrkräfte verbeamtet werden könnten und Haubitz dies auch nur für Vollzeitkräfte plane, würden die Unterschiede in den Lehrerzimmern nur größer, sagte die GEW-Vorsitzende Uschi Kruse am Montag in Dresden. Alle in der DDR ausgebildeten Lehrkräfte seien aufgrund ihres Alters ausgeschlossen. „Die Verbeamtung an sich ist auch noch kein Grund für junge Leute, nach Sachsen zu ziehen.“ Sie sprach sich für eine Erhöhung der Nettobezüge aus, um Anreize zu schaffen.

Kruse bemängelte auch die hohen Kosten einer Verbeamtung. Wenn man sich dafür entscheide, „dann wird sie deutlich teurer als das, was da jetzt zu Buche steht.“ Entscheidend sei für die Gewerkschaft eine Entlastung der Lehrkräfte, um die Attraktivität des Berufs zu erhöhen.

Enttäuscht zeigte sich Kruse, dass Haubitz ein Gesprächsangebot der GEW abgelehnt habe. „Auch wir haben ein größeres Interesse daran, dass das Thema Lehrermangel nicht nur aus den Schlagzeilen verschwindet, sondern auch aus den Schulen.“ Zum Halbjahreswechsel im Februar könne der Bedarf an Lehrern trotz Seiteneinsteigern nicht gedeckt werden, sagte sie. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 11 Kommentare

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  1. durchsichtig

    Der wahre Grund, warum die Uschi von der GEW gegen das Beamtentum bei Sachsens Lehrern ist: dann ist der deutsche Beamtenbund großteils für die Interessenvertretung der Lehrer verantwortlich und nicht mehr die GEW. Sehr durchsichtig. Bitte von solchem Lobby-Geschwätz nicht beeindrucken lassen.

  2. Mutter

    Nicht zu vergessen: Wenn sächsische Lehrer verbeamtet werden, taugen sie nicht mehr als Streikvieh für die Gewerkschaften!

  3. GEW_imRecht

    @1,2 Ihre Einstellung gegenüber Nichtbeamten und Gewerkschaften ist an Unverschämtheit nicht zu überbieten! Streikende Arbeitnehmer als Streikvieh abzuqualifizieren und Lohngleichheit für gleiche Arbeit, gleichen Verdienst einzufordern ist ein urdemokratisches Prinzip. Einer der wenigen glorreichen Kämpfe der SPD ist der Kampf um Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern für gleiche Arbeit. Wenn jetzt der Altersdiskriminierung durch eine Verbeamtung junger Lehrer(m/w) das Wort geredet wird, betrügt man jene Lehrer, die Sachsen zu PISA-Siegern gemacht haben, um ihren Anteil am Bildungserfolg Sachsens. Das ist demoralisierend und dumm. Die GEW hat recht, ein höheres faires Grundgehalt für alle, Leistungsprämien(400€) f. die 45% besten Jahrgänge und möglichst keine Bildungsverlierer durch unabhängige Prüfungsverfahren bei der Schülerschaft. Keine Kündigungen z. Ferienzeit und keine Dauerbefristungen, sondern Festanstellung+3000,-€Grundgehalt. Eigene Schuletats f. Handwerk/Lehrmittel!

  4. Junglehrer

    Natürlich ist die Verbeamtung DER Anreiz. Da kann die GEW sich soviel in die Tasche lügen wie sie will.

  5. cum laude

    Wieder einmal zeigt die GEW, dass sie nicht mehr als Gewerkschaft taugt. Wo sind denn deren Alternativpläne? Im letzten Schuljahr haben sie rein GAR NICHTS unternommen, um auch nur ansatzweise die Situation an den Ober- und Grundschulen zu verbessern. Ihre Forderungen nach einer Gruppierung bspw. für GrundschullehrerInnen in die e13 sind nett, aber auch im Bundesdurchschnitt, wo die Verbeamtung nun mal das Maß der Dinge ist, ein Witz! Und wacht aus Eurem Traum auf, hier irgendetwas über die Attraktivität bewegen zu können. 1. Schafft man die nur über genügend Personal, was nun mal nicht da ist und 2. schaue ich mir den Beruf nicht danach aus, wo es gefällt, sondern wo ich für meine Arbeit am besten entlohnt werde. Aber das scheint bei den Berufsgewerkschaftlern kein sinnvoller Grund zu sein. Macht nur so weiter und wundert Euch, dass in 10 Jahren keine Mitglieder mehr da sind. In anderen Bundesländern funktionieren verbeamtete LehrerInnen und GEW übrigens hervorragend.

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