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Mittwoch, 13.01.2016

Geteilte Kritiker

Görlitz wehrt sich oder Görlitz bewegt sich: Die asylkritischen Bewegungen spalten sich. Ein AfD-Auftritt ist wohl Schuld.

Von Matthias Klaus

Der Görlitzer AfD-Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel Ende Dezember auf der Bühne auf dem Untermarkt: Sein Auftritt kam bei den Machern von „Görlitz wehrt sich“ offenbar nicht gut an.
Der Görlitzer AfD-Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel Ende Dezember auf der Bühne auf dem Untermarkt: Sein Auftritt kam bei den Machern von „Görlitz wehrt sich“ offenbar nicht gut an.

© Nikolai Schmidt

Die Initiative „Görlitz bewegt sich“ macht derzeit Werbung für Bautzen. Für den 15. Januar ist in der Spreestadt eine Demonstration angekündigt. Als Redner sind unter anderem Pegida-Anhänger Nicos Chawales angekündigt, ebenso Alicja von der Pegida Polen. Beide hatten bereits in Görlitz ihren Auftritt, im November vergangenen Jahres auf dem Postplatz. Damals hatte „Görlitz bewegt sich“ eingeladen – ebenso zu der Demo Ende vergangenen Jahres auf dem Untermarkt. Dort sprach unter anderem der Görlitzer AfD-Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel.

Ein Fakt, der bei den ursprünglichen Organisatoren der Initiative „Görlitz wehrt sich“ offenbar gar nicht gut ankommt. Auf der Facebook-Seite von „Görlitz wehrt sich“ heißt es: „Als einstige Gründer der Bürgerbewegung ,Görlitz wehrt sich’, heute ,Görlitz bewegt sich’, dulden wir es nicht, dass mehr und mehr eine Unterwanderung durch Parteien erfolgt.“ Man bleibe eine Bürgerbewegung, „die unangepasst die Regierungspolitik kritisiert und sich nicht den Mund verbieten lässt“.

Die Macher von „Görlitz bewegt sich“ sehen das offensichtlich anders und distanzieren sich. „Irgendein Witzbold hat die alte Seite ,Görlitz wehrt sich’ wieder ins Leben gerufen. Das hat nichts mit uns zu tun, obwohl private Fotos von uns dort verwendet werden“, teilen sie auf ihrer Facebook-Seite mit.

Die Partei Alternative für Deutschland ist, trotz des Auftritts Sebastian Wippels, nicht in die Organisation von „Görlitz bewegt sich“ eingebunden. Das sagte der Görlitzer Landtagsabgeordnete am Dienstag der SZ. Allerdings wollte er nicht ausschließen, wieder einmal als Redner für die Initiative auf der Bühne zu stehen. „Es kommt darauf an, wie sich das Ganze entwickelt, vor allem inhaltlich“, sagt Sebastian Wippel. Und: „Wenn ich rede, stehe ich für mich und meine Meinung. Außerdem muss es ein Thema geben, über das ich sprechen kann. Nur um des Redens willen gehe ich nicht auf die Bühne.“

Die Initiative „Görlitz bewegt sich“ bekräftigt immer, dass Rassisten und Rechtsradikale bei ihr keine Plattform bekommen. Der AfD-Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel hat mit den Organisatoren in dieser Hinsicht derzeit kein Problem. Er sagt: „Bei denen, die ich kennengelernt habe, habe ich keine Bedenken.“