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Mittwoch, 14.10.2009

Gemeinden hängen alte Wahlplakate ab

Weil sie noch immer nicht alle Poster abgenommen haben, müssen Parteien jetzt die Kommunen fürs Aufräumen bezahlen.

Von Sebastian Schneider

Dresden. Die Bundestagswahlen sind seit 18 Tagen vorbei – in manchen sächsischen Gemeinden haben das die Parteien offensichtlich noch nicht begriffen. Bis zum vierten Oktober hatten sie offiziell Zeit, ihre Wahlplakate abzuhängen. Neun Tage später grüßen ihre Kandidaten mancherorts noch immer freundlich vom Laternenmast. Die Kommunen nehmen die Aufräumarbeiten jetzt selbst in die Hand – die Rechnung zahlt die Partei.

„Wir bekommen täglich Hinweise von Bürgern, wo noch Plakate hängen“, sagt Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes (STA) in Dresden. Nachdem sie die Parteien in einem Schreiben nochmals aufgefordert hatte, die Poster abzuhängen, beauftragte die Stadtverwaltung die Straßenaufsicht, den Job zu erledigen. 250 Stück haben die Mitarbeiter in Dresden schon entfernt. Pro Plakat kostet das im Schnitt 4,50 Euro. Wenn die Straßenaufsicht aufwändig mit einem Hubsteiger anrücken muss, steigen die Kosten auf zwölf Euro. Keine gute Nachricht für die NPD, die ihre Plakate in Sachsen besonders hoch hängte – und nach der Wahl deutlich häufiger dort ließ als andere Parteien.

In Riesa wird das besonders teuer. Denn hier erledigt die Feuerwehr die Aufräumarbeiten. „Vorige Woche haben unsere Helfer noch 60 Plakate abgehängt. Und zwar nicht nur von der NPD, sondern quer durch alle Parteien“, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler. Auch in Görlitz hatten die Betriebshof-Mitarbeiter erst am Wochenende den Großteil der Plakate eingeholt. Alleine die SPD hat in Sachsen zur Bundestagswahl rund 26000 Plakate aufgehängt. Viele Parteihelfer verloren angesichts dieser Werbeflut schlicht den Überblick, wo sie am Ende überall plakatiert haben.