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Sonntag, 01.10.2017

Geduldsspiel auf der Autobahn

Viele Pendler brauchen zurzeit starke Nerven. Zur Pannenbaustelle bei Pulsnitz kommen weitere Wartezeiten.

Von Nicole Preuß

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Kleine Ursache, große Wirkung. Ein Sattelzug war am Freitagmittag in der Baustelle in der Nähe der Anschlussstelle Pulsnitz wegen Spritmangels liegengeblieben. Das führte zu einem Stau. Es ist jedoch nur ein Beispiel der vergangenen Tage.
Kleine Ursache, große Wirkung. Ein Sattelzug war am Freitagmittag in der Baustelle in der Nähe der Anschlussstelle Pulsnitz wegen Spritmangels liegengeblieben. Das führte zu einem Stau. Es ist jedoch nur ein Beispiel der vergangenen Tage.

© Matthias Schuhmann

Pulsnitz. Die Baustelle zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz hat der Pendler hinter sich gebracht. Er atmet erleichtert auf. Endlich freie Fahrt. Doch wenige Kilometer nach der bekannten Pannenbaustelle auf der A4 staut sich der Verkehr schon wieder. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr lässt auf der Autobahn in Tagesbaustellen die Brücken prüfen, Entwässerungsleitungen und Fahrbahn bedarfsweise instand setzen und auch das Gras mähen. Das erfolgt planmäßig und würde vermutlich auch nicht weiter auffallen, wenn nicht die Baustelle bei Pulsnitz noch wäre.

Das Landesamt hat die Autobahn dort auf acht Kilometern bereits vor einigen Wochen erneuern lassen. Doch im Asphalt zeigten sich Dellen (SZ berichtete). Deshalb wurde die Straße zunächst nach Fertigstellung nicht abgenommen und die erste Schicht wieder abgefräst. Das Landesamt und die Baufirma glaubten, so den Schaden beheben zu können. Doch dann wurde klar: Auch die Asphalt-Unterschichten hatten Mängel und ein Fertigstellungstermin rückte in weite Ferne. „Hätten unter diesen Umständen nicht die Tagesbaustellen verschoben werden können“, fragen sich deshalb nicht nur die Pendler.

Das Landesamt hat eine eindeutige Antwort auf diese Frage. „Die Tagesbaustellen sind leider unvermeidlich“, sagt Pressesprecherin Isabel Siebert. Die turnusmäßigen Brückenprüfungen seien gesetzlich vorgeschrieben im Interesse der Sicherheit und Dauerhaftigkeit der Bauwerke. Die Instandsetzungsmaßnahmen seien ebenfalls wichtig. „Es drohen tiefergehende Schäden, wenn nicht zügig gehandelt wird, egal ob an den Entwässerungsleitungen oder der Fahrbahndecke“, sagt die Sprecherin.

Das Stutzen des Grases habe Folgen für die Sichtweiten und damit die Verkehrssicherheit. „Das alles kann nicht auf die Zeit nach dem Ende der Baustelle zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz verschoben werden.“ Denn dann müsste die gesamte Fahrbahnbreite frei gehalten werden, damit die Räum- und Streufahrzeuge genügend Platz für ihre gegebenenfalls nötigen Einsätze haben. „Sollte das Wetter allerdings mitmachen, werden auch im November noch kleinere Fahrbahninstandsetzungsarbeiten als Tagesbaustellen fortgeführt, um die Fahrbahn bestmöglich für den kommenden Winter fit zu machen“, sagt die Landesamtssprecherin.

Die Autobahnmeisterei versucht, so die Sprecherin, die Störungen möglichst gering zu halten. Die Vorgabe ist, dass nur zwischen 8 und 15 Uhr auf diesen Tagesbaustellen gearbeitet wird. „Damit der Berufsverkehr störungsfrei fließen kann.“ Die zuständigen Autobahnmeister sollen zudem die Strecken und Tagesbaustellen im Blick behalten und eingreifen, wenn sich ein Stau abzeichnen sollte. So fließe der Verkehr ihren Informationen nach in der Regel flüssig, wenn auch verlangsamt vorbei. „Von Staufallen kann keine Rede sein.“

Die Autofahrer sehen das naturgemäß anders. Und auch das Radio meldet auch an den Tagesbaustellen immer wieder Wartezeiten. Pendler berichten, dass sie noch nach Feierband der Bauleute 15 bis 20 Minuten in der Schlange vor der Baustelleneinrichtung gewartet hätten und nur langsam vorangekommen wären. „Dann hab ich wohl geträumt und es war gar kein Stau“, heißt es sarkastisch. Das Landesamt hat allerdings für alle Autobahnnutzer noch eine gute Nachricht. In vier Wochen soll die A 4 wieder frei sein.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Max

    Mich würde einmal interessieren, welchen Sinn das Graf auf dem Mittelstreifen eigentlich hat, außer das es jeden Monat gemäht werden muß, was Stau und Gefahren für die arbeiter verursacht. Vielleicht sollte es einfach mit Asphalt oder Beton abgedeckt werden, dann spart man auf die dauer Millionen im Unterhalt. Oder sind das ABM-Maßnahmen?

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