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Freitag, 12.02.2016

Frühe Rückkehrer

Ungewöhnlich zeitig sind die ersten Störche zurück in Sachsen. In der Oberlausitz und bei Leipzig wurden sie gesichtet.

Von Christiane Raatz

In Waltersdorf ist schon wieder ein Storch auf Futtersuche. Hier gemeinsam mit einem Graureiher.
In Waltersdorf ist schon wieder ein Storch auf Futtersuche. Hier gemeinsam mit einem Graureiher.

© privat

Was machen die denn schon hier, fragen sich die Experten. Bereits am 31. Januar wurde in Frohburg bei Leipzig der erste Storch des Jahres entdeckt, wie Sylvia Siebert vom Naturschutzinstitut Dresden sagt. In den vergangenen Jahren sei kein Storch so früh beobachtet worden. Siebert sprach gar von einem „Rekord“. Der Ring des Storches habe gezeigt, dass es sich bei dem Rückkehrer um einen bekannten Brüter aus Syhra im Landkreis Leipzig handele. Siebert führt die Weißstorchdatenbank des Naturschutzinstituts.

Anfang Februar wurde in Waltersdorf in der Oberlausitz bereits ein zweiter Storch gesichtet. Dass die Tiere in diesem Jahr so zeitig ihren Weg nach Sachsen suchen, könnte laut Siebert auch mit dem Klimaphänomen El Niño zusammenhängen, das in manchen Teilen der Welt für warme Witterung sorgt. Der Großteil der Störche wird laut Institut aber erst Anfang März erwartet. „Die beringten Störche, die wir verfolgen können, sind noch mitten auf dem Zug“, sagt Siebert.

In Regis-Breitingen wurde ein „Winterstorch“ gesichtet, der nach einer Verletzung ausgewildert wurde und die Reise nach Afrika oder Spanien gar nicht erst angetreten hatte. Angesichts der zunehmend wärmeren Winter sei es denkbar, dass künftig mehr Störche hierbleiben. Dennoch warnte Siebert davor, die Tiere zu füttern. „Nur bei verletzten oder sehr geschwächten Vögeln. Ansonsten bitte nicht eingreifen.“

In Riesa und Umgebung ist der ehrenamtliche Storchenbeauftragte Olaf Gambke damit beschäftigt, Nester zu säubern. Er hofft, dass sich die Tiere mit ihrer Heimkehr noch ein wenig Zeit lassen. Gerade einmal die Hälfte habe er geschafft. Rund 40 Storchennester gibt es, etwa die Hälfte wird in der Regel besetzt. „Wenn es gut läuft“, so Gambke.

Nach Verlusten im Vorjahr hoffen die Experten auf ein gutes Storchenjahr. 2015 wurden 317 Brutpaare im Freistaat gezählt – gut 20 weniger als im Vorjahr. Insgesamt haben 565 flügge gewordene Jungstörche ihre Nester verlassen, 65 weniger als 2014. Meister Adebar macht vor allem der Nahrungsmangel zu schaffen. Brachflächen und kleine Gewässer verschwinden, Mais- und Rapsfelder nehmen zu. (dpa)

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