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Donnerstag, 07.01.2016

Flüchtlinge mit neuem Protest empfangen

In Chemnitz-Einsiedel müssen Polizeibeamte abermals Asylgegner von der Straße drängen. Die Demonstranten profilieren sich durch Körperverletzungen und Zeigen des Hitler-Grußes.

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Ein Fahrzeug der Polizei steht vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz-Einsiedel, einem ehemaligen Pionierlager.
Ein Fahrzeug der Polizei steht vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz-Einsiedel, einem ehemaligen Pionierlager.

© dpa

Chemnitz. Erneut ist es bei der Ankunft von Flüchtlingen in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz-Einsiedel zu Protesten gekommen. Nach Angaben der Polizei versuchten am Donnerstag etwa 70 Unterkunftsgegner - darunter offenkundig auch Rechtsextreme - die Zufahrt zu dem ehemaligen Pionierlager zu blockieren.

Beamte hätten sie vor Ankunft der Busse mit den Asylbewerbern von der Straße drängen müssen, hieß es. Insgesamt seien sechs Strafanzeigen gestellt worden, unter anderem wegen Körperverletzung und Zeigens des Hitler-Grußes. Zunächst hatte die Polizei von neun Strafanzeigen berichtet.

Wie die Landesdirektion mitteilte, handelt es sich bei den 169 neuen Asylbewerbern größtenteils um Familien mit Kindern. 120 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge seien darunter, außerdem Afghanen und Iraker. Knapp die Hälfte der Neuankömmlinge sei unter 18 Jahre alt.

Als die Busse am frühen Nachmittag eintrafen, hätten die Demonstranten flüchtlingsfeindliche Parolen gerufen, sagte ein Polizeisprecher. Auch ein Plakat mit arabischen Schriftzeichen sei hochgehalten worden, über deren Inhalt er aber nichts sagen könne. Ein Demonstrant habe ein Hakenkreuz auf der Gürtelschnalle getragen. Er wurde wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angezeigt.

Schon bei der Inbetriebnahme der Unterkunft am Dienstag hatten Gegner eine Blockade versucht. Seit Monaten gibt es Proteste gegen die Nutzung des ehemaligen Pionierlagers „Palmiro Togliatti“ als Flüchtlingsunterkunft.

Laut Landsdirektion ist die Anlage wegen ihrer Lage und Ausstattung ideal für Flüchtlingsfamilien mit Kindern geeignet. Diese könnten in den 17 Herbergshäusern separat untergebracht werden. Außerdem könnten die Außenflächen von Kindern gut zum Spielen genutzt werden, sagte Landesdirektionssprecher Holm Felber.

Am Dienstag waren die ersten 40 Flüchtlinge in Einsiedel eingetroffen. Damit ist die Unterkunft, die bis zu 500 Menschen Platz bieten kann, nun mit 209 Asylbewerbern belegt. Weitere sollen laut Felber folgen. Einen Zeitplan wollte er unter Hinweis auf die „besondere Situation in Einsiedel“ aber nicht nennen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Martin Schmidt

    Spätestens seit Neujahr muss doch nun auch der allerletzte verstanden haben, warum man eine solche Einrichtung nicht vor seiner Türe haben wollen kann. Achja, und bevor irgendeiner was sagen will, lt. einem Bericht der Welt waren die meisten Täter von Köln doch frisch eingereiste Asylbewerber aus Syrien.

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