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Mittwoch, 30.12.2015

Flüchtlinge lösen keinen Fachkräftemangel

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Bodo Finger, der scheidende Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft, sieht im Zustrom der Flüchtlinge keine Lösung des Fachkräfteproblems.
Bodo Finger, der scheidende Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft, sieht im Zustrom der Flüchtlinge keine Lösung des Fachkräfteproblems.

© Robert Michael

Dresden. Flüchtlinge können nach Ansicht des scheidenden sächsische Arbeitgeberpräsidenten Bodo Finger den Mangel an Fachkräften und das demografische Problem nicht lösen. „Wir brauchen eine Versachlichung der Diskussion und keine Übertreibungen und Kampagnen, damit vor allem keine falschen Erwartungen entstehen“, sagte Finger am Mittwoch.

Angesichts der vorliegenden Informationen und Erhebungen müsse davon ausgegangen werden, dass die wenigsten der künftigen Asylberechtigten direkt in den Arbeitsmarkt integrierbar sind: „Das heißt, dass der Großteil zunächst ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm absolvieren muss.“

Wenn die Politik jetzt ein stärkeres Engagement der Wirtschaft bei der Integration fordere, dann muss sie zuallererst ihre Hausaufgaben machen und den Flüchtlingsstrom in geordnete Bahnen lenken, sagte Finger weiter: „Aktuell ist noch gar nicht klar, wer mit welchen Qualifikationen in unserem Land ist. Erst wenn wir das wissen und auch das Bleiberecht geklärt ist, kann die Wirtschaft ihren Beitrag zur Integration leisten.“ Finger (74) hatte die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft seit 2007 geführt. Zum 1. Januar 2016 übernimmt Jörg Brückner das Amt.

Die Zwickauer Linke-Politikerin Sabine Zimmermann, Arbeitsmarkt-Expertin ihrer Partei im Bundestag, betont dagegen eher die Chancen der Zuwanderung von Menschen mit ausländischen Wurzeln: „Wichtig ist nur, dass wir sie schnell in Arbeit integrieren können. Dazu muss man Bedingungen schaffen.“.

Viele der jungen Leute wollten die deutsche Sprache lernen und eine Arbeit oder Ausbildung bekommen: „Das heißt aber auch, dass wir unsere Langzeitarbeitslosen nicht vergessen dürfen. Die müssen die selben Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, betonte die Politikerin. Qualifizierung sei das A und O. Diese sei in den letzten Jahren leider massiv zurückgefahren worden. Zugleich widersprach Zimmermann Ansichten, Flüchtlinge könnten Deutschen die Jobs wegnehmen. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 17 Kommentare

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  1. Jens G.

    Recht hat er. Und weil er wohlsituiert in Rente geht, darf er es auch sagen. Schön, das die SZ davon berichtet. Weil ja nun weniger Mainstream angesagt werden soll...

  2. Wossim

    Warum giert angeblich die Wirtschaft nach Zuwanderern mit fremder Kultur, die 'zunächst ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm absolvieren müssen', mit fragwürdigem Ergebnis, wenn doch Langzeitarbeitslose mit Deutsch als Muttersprache vorhanden sind ?

  3. Nina S.

    Ist der Mann jetzt ein Nazi, Rassist oder Pegida-Anhänger? Man darf ja mal die Frage stellen (Ironie aus). Offensichtlich gibt es täglich ein paar mehr Menschen, die gewissen Denkanstöße auch in den Medien bringen dürfen.

  4. P. Lehmann

    Na endlich redet mal einer Klartext!!

  5. st

    Hm ... und Frau Zimmermann, wo sind da außer diesen schönen Worten ganz konkrete Handlungen? Also Vorschläge, Gesetzesinitiativen etc.. als MdB sollte man da doch etwas erwarten dürfen. Und bitte nicht zuviel Zeit vertrödeln, das Nicht-Handeln der Politiker kostet die Flüchtlinge jeden Monat ein Teil ihrer Lebenszeit (weil zum Nichtstun gezwungen) und den deutschen Steuerzahler ca. 1,5 Milliarden Euro. Auch "Leuchtturmprojekte" (wo mal paar Flüchtlinge ganz vorbildlich integriert werden) helfen kaum weiter. Wann sind die Asylanträge entschieden, wann stehen ausreichend Deutschkurse zur Verfügung, wie schaffen wir mehrere hunderttausende Ausbildungsplätze (für die Flüchtlinge) usw. Sorry, aber von einer gewählten Politikerin sollte man schon mehr erwarten dürfen als solche Worthülsen. „Wichtig ist nur, dass wir sie schnell in Arbeit integrieren können. Dazu muss man Bedingungen schaffen.“ Nicht wir Frau Zimmermann, Sie und Ihre Kolleginnen im Bundestag!

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