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Sonntag, 24.09.2017

Fast kerngesunde Kinderzähne

Zahnputzbecher von Kindern in einer Kita.
Zahnputzbecher von Kindern in einer Kita.

© dpa

Dresden. Die Zähne von Sachsens Kindern und Jugendlichen sind besser als früher. Mehr als 88 Prozent der Dreijährigen haben naturgesunde Gebisse. Vor zehn Jahren waren es 79 noch Prozent. „Frühkindlicher Karies ist vermeidbar“, sagt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) zum Tag der Zahngesundheit (25. September). Auch bei den Zwölfjährigen hat sich die Situation nach Einschätzung der Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (LAGZ) verbessert. Sie erreicht mit Gruppenprophylaxe 86 Prozent der Kita- und 80 Prozent der Schulkinder im Freistaat.

Die LAGZ engagiert sich seit gut 25 Jahren für die Mundgesundheit im Kindesalter. Mehr als 700 Zahnärzte besuchen regelmäßig Kitas und Schulen, allein 2016 wurden rund 330 000 Mädchen und Jungen erreicht. Der Wermutstropfen: Etwa 11 Prozent aller Zwei- bis Dreijährigen haben zum teil stark ausgeprägt Karies an den Milchzähnen. „Jeder kariöse Zahn ist einer zu viel“, sagt LAGZ-Chefin Birte Bittner. Vor allem die Nuckelflasche mit gesüßten Getränken zu jeder Zeit, wenn die ersten Zähne durchgebrochen sind, lege mit den Grundstein für die Erkrankung.

„Milchzähne sind wichtig für ein gesundes Aufwachsen“, erklärt Bittner. Zerstörte oder vorzeitig verlorene Milchzähne erschwerten die Gebissentwicklung und könnten schwerwiegende Folgen haben wie Störungen der altersgerechten Gewichtsentwicklung, Ausgrenzung wegen des Aussehens oder Sprachprobleme. An dem seit 1991 stattfindenden Aktionstag geht es um Aufklärung, Vorsorge und Eigenverantwortung, um Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen vorzubeugen - diesmal unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund - gemeinsam für starke Milchzähne“.

Das Putzen muss tägliches Ritual sein, ab dem ersten Zahn, mahnen Klepsch und Bittner. „Der Zahnbelag muss weg.“ Noch immer gebe es zu viele Kinder, die schon beim Eintritt in die Kita Karies haben. „Da sind zuerst die Eltern gefordert“, sagt Bittner. Sie bekommen bei der Geburt in Sachsens Kliniken Vorsorgepässe für die Zahngesundheit ihres Nachwuchses. Nach Ministeriumsangaben wurden seit 2009 mehr als eine halbe Million verteilt - sowie 80 000 Bürsten und Flyer. (dpa)

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