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Donnerstag, 21.10.2010

Fast jeder zweite Sachse lebt allein

Die Zahl der Haushalte mit mehreren Personen schwindet. Das hat Folgen.

Von Annette Binninger

Dresden. Sachsen „versingelt“. Hier leben immer mehr Menschen allein. Fast jeder zweite der 4,2 Millionen Einwohner wohnt – statistisch betrachtet – allein in seinen vier Wänden. Damit setzte sich der seit Jahren feststellbare Trend zu Einpersonenhaushalten auch im vergangenen Jahr in Sachsen fort, teilte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes in Kamenz, Irene Schneider-Böttcher, gestern bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuches 2010 in Dresden mit.

Sachsen liege damit voll im bundesweiten Trend, versicherte Schneider-Böttcher. „Und wir verzeichnen weiterhin eine große Dynamik in dieser Frage.“

Dementsprechend ist die Zahl von Drei-, Fünf- oder noch größeren Personen-Haushalten in den vergangenen zehn Jahren drastisch gesunken. Der Bevölkerungsschwund zeigt sich auch darin: Nur noch in 1,6 Prozent aller Haushalte in Sachsen leben fünf oder mehr Personen. Gab es vor zehn Jahren noch rund 280000 Haushalte mit vier oder mehr Personen, lag die Zahl 2009 bei nur noch 200.000.

Die regionale „Single-Hochburg“ ist laut Statistischem Jahrbuch die Stadt Leipzig. Hier leben rund 55 Prozent der Einwohner allein; dicht gefolgt von Dresden (50 Prozent) und Chemnitz (47 Prozent). Danach folgen die Kreise Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Zwickau mit knapp 40 Prozent „Single“-Anteil.

Auf den Bevölkerungstrend hat sich mittlerweile auch die sächsische Wohnungswirtschaft eingestellt. „Der Trend geht klar zu Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen“, sagt Steffi Ritter, Referentin beim Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V.. Größere leerstehende Wohnblocks würden bei der Sanierung in deutlich kleinere Einheiten zerlegt. „Mit Fünfraumwohnungen ist kaum noch was zu erreichen“, sagte Ritter. Sachsen