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Montag, 12.11.2012

Fast jeder zweite Sachse hat eine Allergie

Eine Leipziger Studie untersucht Volkskrankheiten und findet viele Risiken schon bei Jüngeren.

Von Sven Heitkamp

Leipzig. Allergien, Diabetes, Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Arterien-Probleme sind im Freistaat Sachsen weiter verbreitet als bisher gedacht. Teils alarmierende Ergebnisse zeigt eine deutschlandweit einmalige Gesundheitsstudie des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen (Life) an der Uniklinik Leipzig. Die ersten Ergebnisse der Studie mit 1785 Leipzigern gelten als repräsentativ für ganz Sachsen.

„Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Sachsen führend“, sagte Medizin-Professor Joachim Thiery am Freitag bei der Vorstellung erster Forschungserkenntnisse. So hätten neue Gefäß-Messmethoden ergeben, dass bereits bei jüngeren Leuten Anzeichen für Atherosklerose vorliegen. Zehn Prozent der 30- und 40-Jährigen haben Ablagerungen oder Versteifungen der Arterien, sagte Markus Löffler von der Medizinischen Fakultät Leipzig. Dies gelte auch für die Halsschlagader, wo sie Schlaganfälle und Herzprobleme auslösen können. Indes hat etwa ein Drittel der älteren Probanden vergleichsweise jugendliche Gefäße. Allerdings gilt die Mehrheit der über 65-Jährigen als übergewichtig oder fettleibig, nicht einmal 30 Prozent haben einen günstigen Body-Mass-Index.

Zwei Drittel der Probanden haben Bluthochdruck, viele wussten aber nichts davon. Mehr als 50 Prozent leiden unter Stoffwechselstörungen. Diabetes wurde in manchen Altersgruppen bei mehr als jedem Fünften festgestellt. „Darüber hinaus hat fast jeder Zweite Allergien“, sagt Löffler. Am meisten betroffen sind Haut und Lunge. Überempfindlichkeit besteht vor allem gegen Nahrungsmittel. Sechs Prozent leiden unter Depressions-Symptomen, doch nur die Hälfte der Betroffenen ist in Behandlung.

Zu den Ursachen der Volkskrankheiten könne noch nichts gesagt werden, hieß es. Bis 2014 wollen die Forscher 10.000 Erwachsene untersuchen. Ziel sei, das Forschungsprojekt 20 Jahre lang laufen zu lassen. (SZ/svh)