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Dienstag, 05.01.2016

Fälscher trickst sich selbst aus

Einen Pass aus Guatemala bekommen Bundespolizisten in Dresden eher selten zu sehen und so sahen sie in diesem Fall sehr genau hin. Pech für den vermeintlichen Zentralamerikaner.

Dresden. Am Montag registrierte die Bundespolizei in Dresden 27 Migranten und traf dabei auch auf einen Mann aus Guatemala. Der entstieg dem von Prag nach Dresden fahrenden Nachtzug 458. Laut seines Passes handelte es sich um einen 32-jährigen Einwohner des zentralamerikanischen Landes.

Da die Beamten in Sachsen das Dokument eher selten zu Gesicht bekommen, schauten sie in dem Fall noch genauer hin und machten prophylaktisch noch einen Fingerabdruckabgleich. Sie jagten den Abdruck durch die Datei und tatsächlich signalisierte der Rechner einen Treffer: Der Abdruck samt Finger gehört demnach einem 42-jährigen Marokkaner.

Das sich der Mann zehn Jahre jünger gemacht hat, ist nicht strafbar, das Fälschen des Passes dagegen schon. Zur Identität des Fremden lieferte der Computer noch dessen Strafregister und das offenbarte einen Haftbefehl aus Hamburg aus dem Jahre 2006.

Die Staatsanwaltschaft der Hansestadt sucht den Mann wegen Fälschung von Schecks und Kreditkarten – im Juli dieses Jahres wäre der alte Haftbefehl verjährt. Jetzt erwartet den vermeintlichen Zentralamerikaner erst eine Restfreiheitsstrafe von 639 Tagen, und dann folgt die Klärung seiner sächsischen Unpässlichkeit. (szo)