Samstag, 08.12.2012
Erstmals seit Jahren wieder Eiswein-Lese im Elbtal
Mehrere Jahre mussten Sachsens Winzer auf günstige Bedingungen für eine Eiswein-Lese warten. Jetzt war es wieder soweit.
Die stellvertretende Kellermeisterin des Sächsischen Staatsweingutes Schloss Wackerbarth, Christiane Spieler, erntet am Samstag auf der Lage Paradies des Weinberges Steinrücken in Radebeul gefrorene Weissweinreben der Sorte Riesling. Foto: Norbert Millauer/dapd
Radebeul/Meißen. Erstmals seit Jahren haben sächsische Winzer wieder Eiswein gelesen. Im Staatsweingut Wackerbarth wurden am frühen Samstagmorgen bei klirrender Kälte von minus zehn Grad Riesling-Trauben geerntet. Auch das Weingut Schloss Proschwitz in Meißen sandte 40 Helfer aus. Sie brachten Scheurebe-Eiswein ein.
Es sei das erste Mal seit neun Jahren, dass Wackerbarth wieder Eiswein herstelle, sagte Kellermeister Jürgen Aumüller. Die Trauben-Menge reiche für etwa 400 Flaschen zu je 0,375 Liter. „Das ist eine Rarität."
Schloss Proschwitz las nach Angaben eines Sprechers erstmals seit 2007 wieder Eiswein - und zum ersten Mal überhaupt Scheurebe. Mit 240 Grad Oechsle hätten die Trauben eine „beachtliche Qualität". Wenn das Wetter hält, soll in den nächsten Tagen noch Traminer-Eiswein geerntet werden.
„Dieses Jahr war perfekt für Eiswein. Die Trauben hatten eine gute Qualität, und es ist zügig kalt geworden", sagte Ulrike Schröter, Sprecherin von Schloss Wackerbarth. In den Vorjahren war die Eiswein-Lese in Sachsen dagegen schon im Herbst buchstäblich ins Wasser gefallen. Wie Bernd Kastler, Vorsitzender des Weinbauverbandes Sachsen erläuterte, hatte es jeweils zuviel geregnet. Dadurch war die Qualität der Trauben Mitte Oktober zu schlecht, um sie für eine mögliche Eiswein-Lese hängen zu lassen. (dpa)