Samstag, 15.12.2012

Erneut Randale am Connewitzer Kreuz in Leipzig

Leipzig. Am Connewitzer Kreuz in Leipzig ist es in der Nacht zum Samstag erneut zu schweren Krawallen gekommen. Nach Angaben der Polizei waren daran bis zu 100 schwarz gekleidete Personen beteiligt, darunter Vermummte. Sie hätten Pyrotechnik gezündet und Verkehrsschilder sowie Baustellenabsperrungen umgerissen.

Bei Geschäften, Häusern und einer Haltestelle gingen Scheiben zu Bruch, Müllcontainer dienten als Barrikaden. Nach Aussagen des zuständigen Polizeiführers wurden die eintreffenden Beamten mit Steinen beworfen. Verletzte gab es aber nicht.

Laut Polizeibericht flüchteten die Täter in verschiedene Richtungen. Der Sachschaden wird auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt. Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs. Nach ersten Erkenntnissen stehen die Krawalle im Zusammenhang mit einem Prozess um den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau. Der Afrikaner war 2005 in Polizeigewahrsam ums Leben gekommen. Am Donnerstag hatte das Landgericht Magdeburg einen angeklagten Beamten zu einer Geldstrafe verurteilt. Er habe sich der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig gemacht, urteilten die Richter.

Am Connewitzer Kreuz hatte es bereits am vergangenen Sonntag Ausschreitungen gegeben. Eine Schneeballschlacht kulminierte in Attacken auf die Polizei und Zerstörungswut. (dpa)

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