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Montag, 11.01.2016 Leipzig

Ermittlungen nach Krawallen

Während in der Leipziger Innenstadt Anhänger und Gegner von Legida weitgehend friedlich demonstrieren, randalieren vermummte Rechte in Connewitz. Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs.

Eine beschädigte Fensterscheibe im Stadtteil Connewitz in Leipzig.
Eine beschädigte Fensterscheibe im Stadtteil Connewitz in Leipzig.

© dpa

Leipzig. Nach den Ausschreitungen im Leipziger Stadtteil Connewitz ermittelt die Polizei gegen rechte Randalierer wegen schweren Landfriedensbruchs.

Von 211 Verdächtigen seien am späten Montagabend die Personalien aufgenommen worden. Die Verdächtigen, darunter polizeibekannte Hooligans und Rechtsextreme, sollen in Connewitz Dutzende Fensterscheiben eingeschlagen, mehrere Autos angezündet und Pyrotechnik abgefeuert haben. Am Jahrestag der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung war es laut Polizei abseits des Demogeschehens in dem für seine links-autonome Szene bekannten Stadtteil zu den Krawallen von rund 250 Rechten gekommen.

In der Nacht zu Dienstag habe sich die Lage beruhigt, sagte der Polizeisprecher weiter. In der Innenstadt hatten am Abend mehrere Tausend Anhänger und Gegner des fremdenfeindlichen Legida-Bündnisses demonstriert. Die Pegida-Initiative in Dresden hatte auf eine eigene Veranstaltung am Montagabend verzichtet und zur Teilnahme in Leipzig aufgerufen, auch Pegida-Chef Lutz Bachmann war dorthin gereist.

Die Gegendemonstranten bildeten eine Lichterkette um den Stadtring. Auf beiden Seiten wurden etwa gleich viele Beteiligte gezählt. Rund 2 000 Polizisten aus elf Bundesländern sicherten die Veranstaltungen ab, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Bei den Versammlungen sei es überwiegend friedlich gewesen.

Bis zum Dienstagvormittag zählte die Polizei neben dem schweren Landfriedensbruch der rechten Randalierer 56 weitere Straftaten. So sei ein leerer Bus angegriffen worden, der die festgesetzten Krawallmacher zur Polizeidirektion bringen sollte. Hier werde gegen Unbekannt ermittelt. Zudem wurden 20 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, Beleidigungen, Brandstiftung und mehrere Körperverletzungen angezeigt. Der MDR berichtete, dass einer seiner Reporterinnen bei der Legida-Kundgebung ins Gesicht geschlagen wurde. Bei dem Einsatz wurden zudem fünf Polizisten verletzt. (dpa)