erweiterte Suche
Montag, 31.12.2012

Erkundung der Zinnvorkommen geht weiter

Zwar ist die Zeit der Silberfunde und des Uranbergbaus in Sachsen vorbei. Aber es könnte sein, dass im Erzgebirge und Vogtland bald ein neues „Berggeschrey“ ertönt. Diesmal geht es um Zinn.

Eine Erkundungsbohrung nach Zinn überwacht Bodo Klopfleisch im vogtländischen Gottesberg (Foto vom 06.12.2011). Die Erkundung der Zinnvorkommen im Erzgebirge und Vogtland geht im kommenden Frühjahr weiter.
Eine Erkundungsbohrung nach Zinn überwacht Bodo Klopfleisch im vogtländischen Gottesberg (Foto vom 06.12.2011). Die Erkundung der Zinnvorkommen im Erzgebirge und Vogtland geht im kommenden Frühjahr weiter.

© dpa

Chemnitz/Heidelberg . Die Erkundung der Zinnvorkommen im Erzgebirge und im Vogtland geht weiter. „Ab dem Frühjahr wollen wir vor allem in Gottesberg (Vogtland) weitere Probebohrungen starten“, sagte der Vorstand der Deutsche Rohstoff AG (DRAG) aus Heidelberg, Thomas Gutschlag. „Vor allem in dieser Lagerstätte sehen wir erhebliches Potenzial.“ Die Bohrungen sollen weitere Erkenntnisse über Lage und Ausdehnung der Lagerstätte in mehr als 1.100 Meter Tiefe liefern. Diese seien wichtig, um genauer sagen zu können, wie ein wirtschaftlicher Abbau des Vorkommens möglich ist. Gutschlag hofft, dass der Zinnbergbau in etwa fünf Jahren starten kann.

Ende August hatte das Unternehmen die Ergebnisse von ersten Probebohrungen in Geyer im Erzgebirge und Gottesberg präsentiert. Die Experten der Deutschen Rohstoff AG hatten sich bei ihren Bohrungen an Studien von DDR-Geologen aus den 1970er und 1980er Jahren orientiert und konnten diese weitgehend bestätigen. Demnach wurden für das Vorkommen in Gottesberg etwa 115.000 Tonnen und in Geyer rund 44.000 Tonnen Zinn errechnet. Die Rede war von einem der weltweit größten Zinnvorkommen. Bei einem Zinnpreis von 20.000 US-Dollar pro Tonne hätten die beiden sächsischen Vorkommen zusammen einen Wert von etwa 3,34 Milliarden Euro.

Zinn gilt als knapper Rohstoff. Die größten Lagerstätten befinden sich in China, in Indonesien und Brasilien. Weitere bedeutende Zinnfelder liegen in Bolivien, Russland und Peru. Die DRAG geht davon aus, dass die weltweite Nachfrage von zuletzt etwa 350.000 Tonnen im Jahr bis 2015 auf 400.000 steigt - und dass der wachsende Verbrauch auch den Preis weiter in die Höhe treibt.

Ein ursprünglich für 2012 geplanter Börsengang in Australien, der das Geld für die weiter Erkundung der sächsischen Lagerstätten einspielen sollte, ist indes ins neue Jahr verschoben worden. Dafür hatte die DRAG schon vor mehr als einem Jahr zusammen mit dem australischen Unternehmen Helmsec die Tochtergesellschaft Tin International mit Sitz in Brisbane (Australien) gegründet. „Die Marktbedingungen waren nicht gut genug“, begründete Gutschlag. „Das holen wir nach, wenn sich die Marktlage wieder gebessert hat.“ Das Unternehmen wolle die neuen Probebohrungen deshalb zunächst aus eigener Kraft stemmen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.