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Donnerstag, 17.05.2018

Endlich Regen

Die Trockenphase im Osterzgebirge hat ein Ende. Das kühle Nass ist eine Wohltat für Pflanzen und Bäume. Doch im Wald droht eine neue Gefahr.

Von Anja Ehrhartsmann

Die Natur freut sich über eine Erfrischung von oben. Sonne und Wärme ließen die Pflanzen zwar wachsen, aber das Wasser fehlte.
Die Natur freut sich über eine Erfrischung von oben. Sonne und Wärme ließen die Pflanzen zwar wachsen, aber das Wasser fehlte.

© Egbert Kamprath

Osterzgebirge. Genau 15,4 Millimeter Regen verzeichnet die Messstelle an der Talsperre Lehnmühle. Verglichen mit den Zahlen im Landkreis ist hier von Dienstag zu Mittwoch am meisten Regen vom Himmel gefallen. Der Regen war bitter nötig. Nicht nur die Landwirte in der Region wünschten ihn herbei. „Auch wenn bislang noch keine Ausfälle zu beklagen sind, wurde der Regen von den Forstleuten sehnsüchtig erwartet“, sagt Kristina Funke, Sprecherin des Forstbezirks Bärenfels beim Sachsenforst. Ein gleichmäßiger Landregen über mehrere Tage wäre jetzt ideal. Die lange Trockenphase in Verbindung mit den hohen Temperaturen hat auch im Wald schon für Probleme gesorgt. Vor allem die frisch gepflanzten Bäumchen haben das Wasser dringend nötig, denn nur so können sie Blätter und Nadeln austreiben und richtig anwachsen. Im Landeswald des Forstbezirks Bärenfels wurden in den vergangenen Wochen auf insgesamt 188 Hektar mehr als eine Million junge Bäumchen gesetzt. Die Aufforstungsschwerpunkte lagen dabei in den Revieren Holzhau, Naundorf und Karsdorf mit jeweils deutlich mehr als 100 000 Pflanzen pro Revier.

Wie Kristina Funke erklärt, konnte durch den langanhaltenden Winter, mit Bodenfrost bis in den April, besonders in den oberen Lagen erst sehr spät mit der Frühjahrspflanzung begonnen werden. „Das warme Wetter in den letzten Wochen hat dann zu einem sehr rasanten Beginn der Vegetationszeit geführt und die Pflanzarbeiten unter hohen Zeitdruck gesetzt“, sagt Kristina Funke.

Doch nicht nur Trockenheit und hohe Temperaturen können zum Problem im Wald werden. Diese Bedingungen sind gleichzeitig optimal für manchen Schädling. „Die Borkenkäferarten lieben das trocken-warme Wetter und entwickeln sich rasant“, sagt die Sprecherin des Forstbezirks. „Erste Fangzahlen an den Monitoringstandorten lassen hohe Schädlingsdichten erwarten.“ Vor allem das Bruchholz, das nach den Stürmen „Herwart“ und „Friederike“ zum Teil noch in den Wäldern liegt, und Nadelbäume, die durch Wurzelabrisse vorgeschädigt sind, bieten beste Bedingungen für rindenbrütende Borkenkäfer wie den Buchdrucker. Ein Hauptaugenmerk der Förster wird in diesem Jahr darauf liegen, befallene Stämme rechtzeitig zu erkennen und aus dem Wald zu bringen.