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Freitag, 26.02.2016

Einladung von Pegida-Vize zu Dankesparty nur ein Scherz?

Der Name Siegfried Däbritz kam wohl aus Meißen auf die Teilnehmerliste für die große Party der Flüchtlingshelfer.

Von Ulf Mallek

Auf der Dankesparty der Staatsregierung Freitag trotz Einladung nicht willkommen: Siegfried Däbritz (40).
Auf der Dankesparty der Staatsregierung Freitag trotz Einladung nicht willkommen: Siegfried Däbritz (40).

© Robert Michael

Meißen. Möglicherweise war die Einladung des Mitglieds der Pegida-Führung Siegfried Däbritz zur Flüchtlingshelfer-Dankesparty des Ministerpräsidenten nur ein Scherz von Meißner Stadträten. Interne Schriftvergleiche lassen nach SZ-Informationen den Schluss zu. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht.

Auf der offiziellen Liste des Landkreises Meißen, die mit den Namen der einzuladenden Helfer an die Staatskanzlei weitergereicht wurde, findet sich Siegfried Däbritz nicht. Das bestätigte Landkreis-Sprecherin Kerstin Thöns der SZ. „Wir haben alle Formulare überprüft, von uns kommt der Name nicht“, sagte sie.

Es gab aber auch die Möglichkeit, dass Verbände, die Kirche oder Räte einzelne Personen einreichen. Offensichtlich geriet der Name Däbritz auf diesem Wege, möglicherweise über einen Meißner Stadtrat, auf ein Formular, dass an die Staatskanzlei gesendet wurde. Dort sind die gemeldeten Personen nicht überprüft worden. Wie zu hören ist, hätte eine Überprüfung aller Namen die Kosten in die Höhe getrieben. Daher verfuhr die Staatskanzlei ähnlich wie bei den Veranstaltungen für Fluthelfer: Die Möglichkeiten, jemanden anzumelden, sind weit gefasst. Im Prinzip war es sogar möglich, sich selbst anzumelden.

Die Mitarbeiter versendeten die Eintrittskarten nach dem Eingang der Anmeldung. Eine erhielt Pegida-Vize Siegfried Däbritz. Er postete sofort ein Bild des Briefes, hängte noch Smileys daneben und spottete, er habe ja tatsächlich auch geholfen, indem er zur Aufklärung über Flüchtlinge beigetragen habe. Der Pensionsbetreiber und Securitymann aus Meißen ist auf der Party am Freitagabend in Dresden aber nicht willkommen, so die Staatskanzlei.

Ihre eigenen Untersuchungen wollte die Staatskanzlei nicht kommentieren. „Es gibt keine neuen Erkenntnisse“, teilte Regierungssprecher Christian Hoose mit.