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Dienstag, 23.02.2016

Eine Lebensretterin namens Paula

Der Ottendorfer Eckhard Ulrich lag bewusstlos in seiner Küche. Seine Hündin holte ihn zurück ins Leben.

Von Nadine Steinmann

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Die sieben Jahre alte Hündin Paula hat ihrem Herrchen Eckhard Ulrich das Leben gerettet. Als er in seiner Küche bewusstlos am Boden lag, versuchte sie alles, um ihn wieder wach zu bekommen. Mit Erfolg!
Die sieben Jahre alte Hündin Paula hat ihrem Herrchen Eckhard Ulrich das Leben gerettet. Als er in seiner Küche bewusstlos am Boden lag, versuchte sie alles, um ihn wieder wach zu bekommen. Mit Erfolg!

© Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla. Die Bissspuren, die ihm Hündin Paula verpasst hat, sind heute noch zu sehen. Sie sind überall, an den Beinen, am Bauch, an den Armen. Nur langsam sind sie verheilt. Doch ihnen verdankt der Ottendorfer Eckhard Ulrich sein Leben.

Es ist der 17. Dezember des vergangenen Jahres. Der 73-Jährige, der in der Gemeinde als Friedensrichter ehrenamtlich tätig ist, kommt von einem Spaziergang mit seiner Rhodesian Ridgeback Hündin zurück. Eigentlich wollte er gemütlich frühstücken, setzte sich in der Küche an seinen Tisch und dann passierte es: Er verlor das Bewusstsein, fiel von seinem Stuhl auf den Küchenboden und blieb liegen. Dass er sich dabei nicht den Kopf an Schranktüren oder harten Kanten gestoßen hat, war reines Glück. „Ich habe nichts davon mitbekommen“, berichtet Eckhard Ulrich. Dafür bemerkte aber Hündin Paula, dass etwas nicht stimmte. „Sie saß vermutlich auf ihrem Sofa und ist dann sofort in die Küche gekommen“, vermutet der 73-Jährige.

Was im weiteren Verlauf passiert ist, kann er sich nur zusammenreimen. „Ich denke, sie hat erst versucht, mit typischen Hundegesten, also ablecken und bellen, mich wach zu bekommen.“ Doch die Versuche der Hündin, ihr geliebtes Herrchen wieder zurück ins Leben zu holen, blieben erfolglos. Also griff sie zu härteren Maßnahmen. „Sie riss mein Hemd und meine Hose auf, bis die Haut zu sehen war“, berichtet der Friedensrichter. Anschließend biss sie ihn, ließ nicht locker. „Wach geworden bin ich dann aber nicht aufgrund der Schmerzen, sondern wegen dem lauten Gebell, das durch das ganze Haus schallte“, erzählt er.

Nur wenig später kehrte seine Lebensgefährtin von ihrem Einkauf zurück und war sichtlich erschrocken, als sie Eckhard Ulrich erblickte. Sie wählte sofort den Notruf und der 73-Jährige kam in ein Krankenhaus. Dort musste er sechs Tage bleiben, konnte einen Tag vor dem Weihnachtsfest endlich wieder nach Hause.

Aus den Latschen gekippt

Doch was war passiert? Denn eigentlich hat Eckhard Ulrich vor einem knappen Jahr einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommen, der eingreifen sollte, wenn sein Herz mal nicht von alleine funktioniert. „Ich habe meine Frau 16 Monate lang im Bett gepflegt. Sechs Wochen nachdem sie gestorben ist, bin ich plötzlich aus den Latschen gekippt“, berichtet der Ottendorfer. Wahrscheinlich hatte sich der ganze angestaute Stress in diesem Moment entladen. „Die Ärzte sagten damals, dass mein Herz sieben Sekunden lang ausgesetzt hat“, so Eckhard Ulrich.

Damit so etwas nicht noch einmal passiert, verpassten sie ihm den Herzschrittmacher. Doch leider versagte dieser, als es wirklich ernst wurde. Ohne Hündin Paula wäre der 73-Jährige heute vielleicht nicht mehr unter den Lebenden. Dabei ist die sieben Jahre alte Dame in keinster Weise ausgebildet. „Ich habe ihr auch nie irgendwelche Kommandos beigebracht“, erzählt der Ottendorfer. Einzig die enge Bindung zwischen Herrchen und Hund hat ihm das Leben gerettet.

Vor sechs Jahren hat Eckhard Ulrich seine Paula von einer Pferdezüchterin geholt. „Eigentlich wollte sie mir die Hündin gar nicht geben, weil sie bereits begonnen hatte, Paula als Begleithund auszubilden“, erzählt er. Doch nach einer Woche Bedenkzeit übergab die Züchterin Paula dann doch an Eckhard Ulrich. Zu seinem großen Glück, wie man rückblickend nun sagen muss. Denn nicht zum ersten Mal hat die treue Seele im Dezember ihrem Herrchen das Leben gerettet. „Es gab schon mal einen Vorfall zu Ostern, als meine Kinder zu Besuch waren“, erinnert sich Eckhard Ulrich. Damals hatte er ebenfalls einen Anfall in seinem Bett, während er schlief. „Ich weiß gar nicht genau, was es damals war, vielleicht ein epileptischer Anfall“, vermutet er. Doch die siebenjährige Paula spürte ganz genau, das etwas nicht stimmte. Sie bellte das ganze Haus wach. „Damals war es aber zum Glück nicht so schlimm“, so Eckhard Ulrich.

Dass sich der Ottendorfer also vor sechs Jahren die Hündin gekauft hat, war ein echter Glücksfall. Denn mit Paula ist sein ganz persönlicher Schutzengel in sein Leben getreten. Und auch heute noch weicht sie ihm nicht von der Seite. „Sie ist sehr auf mich fixiert“, erzählt der 73-Jährige lachend. Eckhard Ulrich und seine Paula – ein wahrhaft tolles Gespann!

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Matthi

    Schön :-)

  2. Thomas Urban

    Auch mir hat unsere Rhodesien Ridgeback Hündin Elsa am 11.02.2013 das Leben gerettet! Sie hat nachts durch die geschlossene Schlafzimmertür gemerkt, dass ich nicht ok bin und hat so auf meinen Schlaganfall aufmerksam gemacht. Um so trauriger waren wir, dass wir sie im letzten Jahr im Alter von nur 4 Jahren von den Leiden eines Hirntumors erlösen mussten. Unsere neue RR Hündin heißt jetzt auch Paula!

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