Mittwoch, 20.02.2013

Ein Sachse malt den Papst

Michael Triegel aus Leipzig porträtiert Benedikt XVI. für die deutsche Botschaft im Vatikan. Es ist nicht sein erstes Papstbild.

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Pinsel und Papst: Michael Triegel vor seinem zweiten Porträt des scheidenden Papstes Benedikt XVI. in seinem Leipziger Atelier
Pinsel und Papst: Michael Triegel vor seinem zweiten Porträt des scheidenden Papstes Benedikt XVI. in seinem Leipziger Atelier

©dpa

  • Pinsel und Papst: Michael Triegel vor seinem zweiten Porträt des scheidenden Papstes Benedikt XVI. in seinem Leipziger Atelier
    Pinsel und Papst: Michael Triegel vor seinem zweiten Porträt des scheidenden Papstes Benedikt XVI. in seinem Leipziger Atelier
  • Das ein Meter hohe und 72 Zentimeter breite Porträt ist ein Auftragswerk der deutschen Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom.
    Das ein Meter hohe und 72 Zentimeter breite Porträt ist ein Auftragswerk der deutschen Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom.
  • Es soll zum Geburtstag von Joseph Ratzinger am 16. April 2013 in Rom als Leihgabe übergeben werden.
    Es soll zum Geburtstag von Joseph Ratzinger am 16. April 2013 in Rom als Leihgabe übergeben werden.

Leipzig. Als „Papstmaler“ schaffte er es bis in die Huffington Post. Jetzt hat Michael Triegel, Künstler aus Leipzig, ein zweites Porträt von Benedikt XVI. gemalt. „Die Bitte kam von der deutschen Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom“, sagt er. Das Werk gehe als Leihgabe nach Rom. Am 16. April, dem 86. Geburtstag von Joseph Ratzinger, solle es überreicht werden.

Triegel, der zur Neuen Leipziger Schule gezählt wird, hatte bereits 2010 ein Porträt von Benedikt XVI. gemalt, damals im Auftrag der Diözese Regensburg.

Er habe für den neuen Auftrag zugesagt, nachdem er den für sein Bild vorgesehenen Platz – das Vestibül der Botschaft – gesehen habe. „Das ist ein sehr schöner Bau. Und nicht zuletzt ist es ein sehr schönes Gefühl für mich, ein Bild in Rom zu haben, wo meine ganzen Lieblinge – Raffael, Michelangelo und andere – sind.“

Das neue Porträt des nun scheidenden Papstes sei eine Art zweite Fassung. „Ich habe auf die Studien, die ich damals gemacht habe, zurückgegriffen“, sagte Triegel. „Das Bild für Regensburg fand ich außerdem so prägnant, dass ich mich für die zweite Fassung entschieden habe.“ Allerdings habe Benedikt XVI. diesmal einen milderen Blick, „und es ist auch ein milderer Blick von mir auf den Papst“.

Den Rücktritt des Papstes empfinde er als eine „große und großartige Entscheidung“. „Ich finde, dass er dem Amt damit eine menschliche Seite gibt. Er zeigt, dass dort nicht eine Ikone oder ein Popstar auf dem Stuhl Petri sitzt, sondern ein Mensch. Das ist respektabel und groß.“

Triegel, dessen Werk von mythologischen und christlichen Sujets durchzogen ist, wehrte sich lange gegen den Begriff „Papstmaler“. Inzwischen ist es ihm egal, was vor seinen Namen geschrieben wird. Die religiösen Anspielungen in seinen Bildern mache er nicht, um Nischen zu besetzen. Als nicht getaufter Künstler mit DDR-Kindheit male er seine Sehnsüchte. (dpa)

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