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Donnerstag, 24.03.2016

Die Suchaktion der Hotelchefin

Bad Schandaus Nobelherberge öffnet Ende Mai wieder. Buchungen sind schon da. Eine Aufgabe ist aber nur schwer lösbar.

Von Katarina Gust

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Andrea Kaminski hat erst im Februar die Leitung des Luxushotels „Elbresidenz“ in Bad Schandau übernommen. Kurz vor der geplanten Wiedereröffnung muss sie einige hohe Hürden nehmen. Es geht vor allem um die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Die Hotelchefin setzt nicht nur auf Einheimische.
Andrea Kaminski hat erst im Februar die Leitung des Luxushotels „Elbresidenz“ in Bad Schandau übernommen. Kurz vor der geplanten Wiedereröffnung muss sie einige hohe Hürden nehmen. Es geht vor allem um die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Die Hotelchefin setzt nicht nur auf Einheimische.

© Dirk Zschiedrich

Bad Schandau. In zwei Monaten wird der Probebetrieb in der Elbresidenz in Bad Schandau beginnen. Das erste und einzige Fünf-Sterne-Hotel in der Sächsischen Schweiz wird knapp drei Jahre nach dem verheerenden Elbehochwasser vom Juni 2013 wieder geöffnet. Die Bauarbeiten liegen gut in der Zeit. Schwierigkeiten macht dem Luxushotel im Moment nur eine Sache: das Personal. Etwa 100 neue Mitarbeiter sollen sich künftig um die Touristen kümmern. Gestartet wird mit einer abgespeckten Variante. Ende Mai sollen vorerst 70 Mitarbeiter parat stehen. Die Anzahl soll später aufgestockt werden.

Dass die Suche nach guten und qualifizierten Angestellten nicht immer einfach ist, darüber sprach Hotelchefin Andrea Kaminski im Rahmen der Tourismusbörse in Bad Schandau. „Unser Sorgenkind ist im Moment das Housekeeping“, erklärte sie. In diesen Bereich fällt die Reinigung und Instandhaltung des gesamten Hotels, vor allem durch Zimmermädchen. Andrea Kaminski zeigte sich jedoch optimistisch, bis zum Start des Probebetriebes eine Mannschaft aufstellen zu können. Unterstützung bekommt die Elbresidenz dabei wohl auch aus dem Nachbarland. „Wir werden auch tschechische Mitarbeiter einstellen“, kündigt sie an.

Obwohl die Personalfrage noch nicht abschließend geklärt ist, hat das Hotel die ersten Reservierungen bereits erreicht. „Die Buchungen haben in den letzten Wochen stark zugenommen“, sagt Andrea Kaminski. Obwohl kaum Werbung gemacht wurde. Die Elbresidenz will sich künftig weiter auf Individualtouristen konzentrieren. Mehr in den Fokus rückt zudem der Bereich der Tagungsgäste. Das hängt mit einigen Veränderungen im Haus zusammen. Das bisherige Vitalrestaurant wurde gestrichen. Die Räume werden künftig als Tagungsflächen angeboten. „Wir wollen den Tagungsbereich fest bespielen“, betont die Hotelchefin. Für 2017 hätte sie schon mehrere Buchungen entgegengenommen. Für private Feierlichkeiten stehe der Canalettosaal mit rund 20 Plätzen zur Verfügung. Verzichten müssen Urlauber künftig auf das Gourmet-Restaurant Sendig, das mit Küchenchef André Tienelt einen Michelin-Stern erkocht hatte.

Koch ist noch geheim

Es war das einzige Sterne-Restaurant in der Sächsischen Schweiz. In der Elbresidenz wird stattdessen auf ein neues Restaurantkonzept gesetzt. Eine Mischung aus altem und neuem Stil, wie die Hotelchefin beschreibt. Das Küchenteam soll eine internationale Speisekarte anbieten. Wer an der Spitze des Restaurants stehen wird, das hält Andrea Kaminski bislang geheim. „Es wird ein Koch sein, der wieder zurück nach Bad Schandau kommt“, kündigt sie an. André Tienelt ist damit jedoch nicht gemeint, stellt sie klar.

Keine Kompromisse macht die Elbresidenz beim Thema Hochwasserschutz. Bei der Flutkatastrophe im Juni 2013 wurden Keller und Erdgeschoss von der Elbe überflutet. Dort war der Großteil der Technik untergebracht, alles war hinüber. Um künftigen Katastrophen vorzubeugen, wanderte ein Großteil der Technik unters Dach. „Wir mussten dafür ein paar Zimmer opfern“, sagt Andrea Kaminski. Ein Einschnitt, der jedoch verschmerzbar sei. Außerdem wurde die 1,50 Meter hohe Flutschutzwand ertüchtigt. Reicht die nicht aus, kann zumindest ein Teil der Küche gerettet werden. Sie ist so konzipiert, dass die Technik schnell in kleine rollbare Segmente geteilt und im Ernstfall per Aufzug in Sicherheit gebracht werden kann.

Die Elbresidenz wurde 2007 eröffnet. Das Hotel verfügt über mehr als 200 Zimmer. Bis zur hochwasserbedingten Schließung vor drei Jahren waren etwa 170 Mitarbeiter dort beschäftigt. Die Immobilie gehörte erst einer Tochterfirma der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Das Hotel wurde im Herbst 2014 von der Toskanaworld GmbH übernommen, die auch die Toskana-Therme in Bad Schandau betreibt, sowie Hotels in Bad Sulza, Bad Orb, Auerstedt und Fulda. Seit 1. Februar wird das Haus von Andrea Kaminski geleitet. Zuletzt war sie als Qualitätsmanagerin und Trainerin im IFA Hotel & Ferienpark Schöneck tätig.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 13 Kommentare

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  1. Dieter Haufe

    Angebot und Nachfrage! Wenn die Gastronomie ihr Personal ordentlich bezahlen würde, hätte sie auch keine Personalprobleme.

  2. Anna Lyse

    ...ja, ja das Märchen vom Fachkräftemangel.... einfach mal einen ordentliche Lohn zahlen!!! Grüße

  3. Peter Gierth

    Es will einfach niemand in diesen Serviceberufen mit Schichtarbeit sowie am Wochenende und die Feiertage arbeiten. Sicherlich spielt der Verdienst auch eine Rolle ,aber in anderen Regionen wo ordentlich entlohnt wird findet man auch sehr schwer Personal.

  4. Berg

    Die ganze 5-Sterne-"Nobelherberge" im Hochwassergebiet des Elbsandsteingebirges ist ein Anachronismus. Und dann fehlen die Bewerber als Magd, Knecht, Diener, Putze, Gärtner, Kellner, Zimmersuse. Nee, dafür höherer Lohn is nicht drin, weil unangemessen. - Die größte Diskrepanz besteht zu den normalen, organisch zur Landschaft gehörenden Wanderern und Bersteigern, in Wander- und Kletterausrüstung, mit Kindern und schmalem Geldbeutel. "Elbresidenz", wenn ich das schon höhe! Dresden ist die Elbresidenz, wenn schon "Residenzen" sein müssn.

  5. Müller

    Das Problem ist nicht der angeblich zu niedrige Lohn. Das Problem ist, dass man in Deutschland fürs Nichtsmachen viel zu viel Geld bekommt. Wer jung und gesund ist, dürfte gar nichts bekommen, wenn er sich weigert zu arbeiten!

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