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Donnerstag, 31.12.2015

Die meisten Camper kommen natürlich aus Holland

Über 9 000 Frauen spielen in Sachsen Fußball. Meißen ist eine Gewinner-Stadt. Zahlensalat aus dem Statistischen Jahrbuch.

Ein fruchtbares Städtchen, dieses Meißen.
Ein fruchtbares Städtchen, dieses Meißen.

© dpa

Am Freitag will man schnell zur Familie, ins Wochenende, noch in den nächsten Supermarkt. Also ist man ein bisschen zügiger auf den Straßen unterwegs – so die Vermutung dafür, dass freitags die meisten Unfälle passieren. Das stimmt so nicht. Zumindest laut den Zahlen des neuen Statistischen Jahrbuchs vom Statistischen Landesamt Sachsen, in dem die SZ am letzten Tag des Jahres noch einmal intensiv blätterte. Und: Der gefährlichste Tag auf den Straßen ist der Dienstag.

Highlights aus dem Statistischen Jahrbuch

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Auf sächsischen Straßen kracht es oft – aber wo und wann am meisten?

Der Juli – so die derzeit aktuellste Statistik – war demnach der Monat, der Dienstag wiederum der Wochentag, 14 bis 16 Uhr die Zeit und Dresden schließlich der Ort mit den meisten Unfällen, bei denen Menschen verletzt worden sind. Insgesamt hat es in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr über 15000 Mal gekracht. Nimmt man die kreisfreien Städte heraus, führt der Kreis Zwickau die Sachsen-Unfall-Liste an, gefolgt vom Landkreis Bautzen.

Häufigste Unfallursache: Die Vorfahrt wurde nicht beachtet. Auch durch falsches Abbiegen oder Wendemanöver krachte es häufig. Überhöhte Geschwindigkeit ist die Unfallursache Nummer drei.

Welcher Zahnarzt musste die meisten Zähne ziehen?

Wenn man dann einen Arzt braucht, ist man in Leipzig am besten aufgehoben. Gerechnet auf 100000 Einwohner stehen dort im Schnitt 620 Ärzte zur Verfügung. Den schlechtesten Wert hat Mittelsachsen mit 805 Ärzten. Für 100000 Einwohner würden lediglich 257 Ärzte zur Verfügung stehen. Viel zu tun haben auch die Zahnärzte. Im Schnitt versorgte vergangenes Jahr jeder Zahnarzt in Sachsen 1025 Menschen.

Chikungunyafieber –wie viele Sachsen leiden darunter?

Für einige sehr seltene Krankheiten waren Spezialisten gefragt. Beim Chikungunyafieber zum Beispiel. Diese tropische Infektionskrankheit wurde 2014 viermal in Sachsen diagnostiziert. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken, eine Folge sind meistens Muskel- und Gliederschmerzen – deshalb wird die Erkrankung auch „Gebeugter Mann“ genannt. Tödlich ist das Tropenvirus selten.

Jeder muss sterben – was ist die häufigste Ursache?

Gestorben wird in Sachsen ohnehin, wie schon in den Jahren zuvor, vor allem wegen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems wie zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes. Hier sind vor allem die Frauen betroffen. Bei 50 Prozent derer, die 2014 starben, war eine Krankheit des Kreislaufsystems die Ursache. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei knapp 40 Prozent. Zweithäufigste Todesursache sind bösartige Neubildungen. 2051 Menschen starben in Sachsen zum Beispiel an Lungenkrebs, davon 1516 Männer und 535 Frauen. Eine Zahl, die wahrscheinlich in der weiteren Zukunft sinken wird.

Die Sächsinnen werden mehr und mehr zu Nichtrauchern – stimmt das?

Die Zahl der Raucher nimmt weiter ab. 77,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahre waren vergangenes Jahr Nichtraucher. Bei den Frauen sind es sogar 83,4 Prozent.

Sportlich, sportlicher – wer ist am sportlichsten?

Der Erzgebirgskreis landet ganz oben auf dem Treppchen. Dort gibt es 474 Sportvereine – die meisten in Sachsen. Allerdings, die meisten Mitglieder hat Dresden. Die Stadt kommt in ihren 369 Vereinen auf knapp 92000 Mitglieder. Die beliebteste Sportart sachsenweit: eindeutig Fußball. Mehr als 128000 Sachsen stehen regelmäßig auf dem Platz, darunter über 9000 Frauen. Auf Platz zwei führt das Statistische Landesamt allgemeine Sportgruppen an. Platz drei nimmt der Rehabilitationssport ein, dann folgt Volleyball.

Die Sachsen lieben Tiere. Wie viele landen trotzdem auf dem Teller?

Die Sachsen scheinen auch deutlich weniger Fleisch zu essen. Oder zumindest weniger Fleisch, das aus sächsischer Produktion stammt. Wurden 1996 noch mehr als 70000 Rinder gewerblich geschlachtet, waren es 2014 nur knapp 15000. Die meisten Schweine leben übrigens im Kreis Mittelsachsen – mehr als 129000.

Wein, Champignons, Socken – wie viel wurde verkorkt, gekeltert, gestrickt?

Dafür aber lieben die Sachsen noch immer ihr Bier und ihren Wein. In sächsischen Manufakturen wurden vergangenes Jahr knapp 800 Millionen Liter Bier gebraut und in den Weingütern mehr als zwei Millionen Liter Wein gekeltert. In beiden Fällen mehr als in den Jahren zuvor. Die beliebteste sächsische Weinsorte ist Müller-Thurgau. Noch mehr sächsische Erzeugnisse: 1350 Tonnen Speisepilze, mehr als acht Millionen Paar Herrenstrümpfe und reichlich 28000 Tonnen Brühwürste. Und mit knapp 3,2 Millionen Tonnen Getreide wurde 2014 in Sachsen die bisher höchste Getreideernte eingebracht.

Welche ausländischen Touristen zelten am liebsten in Sachsen?

Sachsens Weinregion, die Wanderrouten, Schlösser, Theater, Seen und Städte haben auch wieder Touristen angezogen, zum Beispiel auf die Campingplätze. Über 611000 Mal haben Gäste aus der ganzen Welt vergangenes Jahr die Nacht auf einem sächsischen Campingplatz verbracht. Die größten Campingfreunde sind ganz klar die Niederländer mit 38000 Übernachtungen. Mit großem Abstand folgen die Schweizer ( (6300 Übernachtungen).

Leichtes Bevölkerungswachstum in Sachsen – welche Stadt gewinnt?

Nicht nur zum Urlaub, sondern auch dauerhaft ziehen Menschen nach Sachsen. Erstmals seit Jahren kann der Freistaat einen Bevölkerungsgewinn verzeichnen: im Vergleich zu 2013 ein Plus von 8889 Menschen. Damit steht Sachsen in Sachen Bevölkerung derzeit ungefähr auf dem Stand von 1900. Allerdings war damals das sächsische Territorium noch kleiner. Zu den Gewinnern der vergangenen Jahre zählen Leipzig sowie einige Städte und Gemeinden in der Nähe, weitere Gewinner sind Meißen, Weinböhla und Klipphausen, auch Radeberg, Ottendorf-Okrilla, Bannewitz und Heidenau. Ein ungleiches Wachstum, denn die meisten Gemeinden und kleineren Städte mussten wieder Bevölkerung abgeben.

Ehestreit: Wo fliegen die meisten Fetzen in den Wohnzimmern?

Auch Dresden gehört zu den Bevölkerungsgewinnern. Und auch sonst hatten die Menschen in der Stadt 2014 viel zu feiern – nämlich viele Hochzeiten. 2051 Ehen wurden in der Landeshauptstadt geschlossen. Die Leipziger scheinen weniger konservativ zu sein – oder weniger verliebt. Sie kamen auf 1548 Hochzeiten.

Gleichzeitig wurden in Dresden auch die meisten Ehen wieder geschieden. Scheidungs-Spitzenreiter bei den Landkreisen ist Zwickau mit 600 Scheidungen, auf die Einwohnerzahl gerechnet der Landkreis Leipzig. Das gefährlichste Ehejahr ist auch nicht mehr das verflixte Siebte. Aufpassen sollten Eheleute schon vorher: Auf das sechste Jahr kommen statistisch die meisten Scheidungen.

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