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Donnerstag, 07.11.2013

Debatte um hohe „West-Quote“ in sächsischer Regierung

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Dresden. In Sachsen ist eine Debatte um die „hohe West-Quote“ in der Regierung des Freistaates entbrannt. Linke-Politiker Dietmar Pellmann hatte in einer Anfrage ans Parlament herausgefunden, dass die Quote an Abteilungsleitern in Ministerien westdeutscher Herkunft inzwischen bei knapp 80 Prozent liegt. 1995 seien es noch gut 63 Prozent gewesen, machte Pellmann am Donnerstag geltend. Zudem stammten acht von zehn Staatssekretären aus dem Westen. „Fast ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit ist es erschütternd, dass immer noch so wenige Menschen, die nicht in den alten Bundesländern geboren sind, ein Spitzenamt in der Regierung innehaben“, monierte der Abgeordnete. Pellmann vermutet „regionale Seilschaften“. Im sächsischen Kabinett liegt die West-Quote bei 50 Prozent.

Nach Ansicht der Grünen bietet die personelle Erneuerung durch Altersabgänge in den kommenden Jahren die Chance, mehr Menschen aus Sachsen in die Verwaltung zu holen. Dazu brauche man aber ein Dienstrecht, dass den Freistaat als attraktiven Arbeitgeber ausweise, erklärte die Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen. „Die Realität sieht derzeit leider so aus, dass aufgrund des Stellenabbaus viele Stellen nicht neu besetzt werden.“ (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 8 Kommentare

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  1. Norbert S.

    Über 20 Jahre nach der Wende sollte die Herkunft keine Rolle mehr spielen, sondern die Leistung der einzelnen Personen. Wenn es keine "geeigneten" Kandidaten aus dem "Osten" gab, dann ist das eben so. Herr Pellmann scheint ein ziemlich kleingeistiger Mensch zu sein...

  2. Manfred

    Ich frage mich überhaupt was soviele Kapitalisten im Osten verloren haben? Wir haben uns 40 Jahre bescheißen gelassen und nun geht das wieder von neuem los?

  3. Jürgen

    Ich glaube, Herrn S. ist in seiner einfachen Gleichmacherei offenbar nicht klar, daß es zwischen den deutschen Völkern (Bayern, Schwaben, Mecklenburgern, Rheinländern und wie sie alle heißen) schon seit Jahrhunderten unterschiedliche Befindlichkeiten gibt, die ein Wohlfühlen in der Heimat erst möglich machen. Auch die Sprache gehört dazu. Das macht dann die Feinheiten in der Pölitik aus. Der Mangel an Sachsen in der Regierung kann durchaus auch andere Ursachen als die von Herrn S. erkannte Unfähigkeit haben. Also ich denke jetzt nochmal über die "kleingeistigen Menschen"nach. Vielleicht gibt´s davon noch mehr. Evtl. mit durchaus materiellen Motiven...

  4. Joachim Herrmann

    Kennst Du jemand, dann wirst Du jemand. Wirst Du jemand, dann kannst Du jemand bevorteilen. Hast Du jemand bevorteilt, bist Du im System. Bist Du im System, bist Du gefangen. Bist Du gefangen, bist Du noch lange nicht gefangen. So oder ähnlich könnte man Aufstiege und ihre Macher kategorisieren. Mehr noch, stammst Du aus einem System, dass solcherart Verfahrensweisen über Jahrzehnte trainiert, befördert und umgesetzt hat, bist Du fein raus. Wenn nicht, hast Du sicher oder vielleicht die Arschkarte gezogen. Hier kommt wieder die alles entscheidende Frage zum Vorschein, wer hat wen 1990 übernommen? Wer hatte das Sagen? Wem wurden die staatlichen und "ANDEREN" Stellen übertragen? Wer hatte das bundesdeutsch- profiliertere Niveau? Wer hatte überhaupt eine Chance? Viele Fragen und die Antworten?! Statistik ist geduldig aber manchmal höchst aussagefähig! Richtig, 20 Jahre nach der Einheit sollte diese Statistik keine Rolle mehr spielen. Tut sie aber- zum Leidwesen von WEM- den Westdeutschen?

  5. rumtata

    Mag sein, dass der Pellmann kleingeistig ist. Aber dass die Westdeutschen alle so fähig sind, sehen wir ja an den peinlichen Justizverfahren und Verfassungsschutzpannen, wo die Verantwortlichen durch die Bank aus den alten Ländern stammen. Von der SachsenLB schweigen wir mal ... Es ist ja ein ehrenwerter Gedanke, dass Leistung statt Herkunft zählen soll, aber offenbar ist es halt gerade andersrum. Jetzt, heute, im immer so tollen Sachsen. Man müsste sagen: Im trotzdem so tollen Sachsen.

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