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Das sind die Sächsischen Wörter des Jahres

03.10.2017

die Sächsischen Wörter des Jahres

Dresden. Zum zehnten Mal sind in Dresden die Sächsischen Wörter des Jahres gekürt worden. Eine Jury wählte das schönste und das bedrohte Wort aus, über das beliebteste entschieden die Hörer des MDR und die Leser der Sächsischen Zeitung. In einem Voting gaben sie mehr als 6200 Stimmen ab. Das Ergebnis ist griffig: Unter zehn Vorschlägen bekam ein Wort 25 Prozent, das nächstbeste 15.Das schönste Wort: SchmiecheDie Schmieche bezeichnet in Sachsen einen Gliedermaßstab, einen Meterstab oder Zollstock. Das Zoll kommt übrigens vom Mittel- hochdeutschen zol und bedeutet: abgeschnittenes Holzstück. Die Schmieche ist ein zusammenklappbares, nach wie vor analoges Messgerät zur Bestimmung von Längen bis zu drei Metern, wobei die übliche Gesamtlänge zwei Meter ist. Es kommt von schmiegen, eng andrücken. Mit der Schmieche hat man eine eindeutige Norm, nach der man sich richten kann. Damit setzt der Sachse echte Maßstäbe. ›› Die Laudatio im VideoDas bedrohte Wort: ReformandeEine Reformande ist eine Strafpredigt, eine Zurechtweisung, ein Verweis. Das Wort kam aus dem Französischen, réprimande, nach Sachsen, stammt aber ursprünglich aus dem Lateinischen: reprimenda (causa), eine Sache, eine Ursache, die zurückgedrängt, gehemmt werden muss. Die entsprechenden Strafen stehen im dritten Buch Moses, auch Levitikus genannt, die vorwiegend Verhaltensmaßregeln für Leviten (Priester) enthalten. Reformande benutzt heute kaum noch einer, Reformen dagegen sind weiter aktuell. ›› Die Laudatio im VideoDas beliebteste Wort: andadschnAndadschn heißt antasten, anfassen, etwas oder jemanden berühren. Und wer sein Smartphone bedient, der tut genau das. Könnte sein, der Engländer übernahm es von den Sachsen, hörte aber nicht genau zu, denn das Englische untouch meint eigentlich unberührt und touch berühren. Andadschn hat zwei Seiten, eine positive und eine negative. Etwas anzufassen, kann durchaus dazu dienen, es zu begreifen, ihm näher zu kommen, aber es kann auch unangenehm werden, wenn jemand jemanden ungefragt anfasst, ihn einfach so berührt. ›› Die Laudatio im Video››› Die Veranstaltung im Video