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Dienstag, 16.02.2016

„Dann erschießt sie“

Pegida-Dauerrednerin Tatjana Festerling spricht mit der britischen Boulevardpresse - und äußert einmal mehr Fragwürdiges.

Tatjana Festerling bei einer Pegida-Kundgebung in Dresden
Tatjana Festerling bei einer Pegida-Kundgebung in Dresden

© dpa

Dresden. In einem am 15. Februar veröffentlichten Interview mit „MailOnline“, dem Internetportal der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“ hat Pegida-Mitglied Tatjana Festerling schwere rhetorische Geschütze aufgefahren.

Festerling, die in dem Artikel als „the most powerful woman in far-right Germany“ („die mächtigste Frau des rechtsextremen Deutschlands“) tituliert wird, hatte sich in Dresden mit einem Reporter des Portals getroffen und ihm ein Interview gegeben, das zum Teil in Videoform vorliegt. Festerling äußert unter anderem Sätze wie „Deutschland ist wie eine Freiluft-Psychiatrie mit der Geisteskrankheit politische Korrektheit“ oder „Wir von Pegida sind die einzigen, die sich nicht um politische Korrektheit scheren. Wir haben keine Skrupel und keine Angst“. Weiter sagt die 51-Jährige „In Zeiten wie diesen: Scheiß auf Anstand!“ („Fuck decency!“). „Alle“ müssten jetzt „die „Mistgabeln in die Hand nehmen und die Eliten vertreiben“. Weitere Äußerungen ähnlicher Ausrichtung folgen.

Zugleich offenbart Tatjana Festerling zum wiederholten Male ihre Zuneigung zu Hooligans: „Die Hooligans die ich kenne, das sind Mütter und Väter, Arbeiter und Zahnärzte, Steuerzahler. Mit einem bizarren Hobby, es ist eine Art Sport“. Hooligans hätten die Pegida-Demonstrationen von Anfang an vor Angriffen „brutaler Linker“ beschützt.

Einen unschönen Höhepunkt erreicht das Interview „MailOnline“ zufolge mit einer Äußerung Festerlings zum Umgang mit Flüchtlingen an Grenzen: „Wenn sie (die Migranten - Anm. d. Red.) weiter über die Grenzen kommen, und man sie nicht in Gewahrsam nehmen kann, dann erschießt sie.“ („If they keep crossing the border and you can’t arrest them, shoot them.“)

Angesprochen auf die große Zahl von Pegida-Absichtserklärungen, die nie in die Tat umgesetzt wurden, bleibt Tatjana Festerling nebulös: „Man muss seine Ideen testen. Wir sind die einzigen, die solche Dinge ausprobieren können.“ (szo)

Nachtrag: Am frühen Mittwochmorgen reagierte Festerling auf Facebook. Neben den üblichen Beschimpfungen der Presse teilt sie mit, dass ihre Aussagen „stark verdichtet“ worden seien.