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Montag, 09.03.2015

CDU-Politiker treffen Pegida-Anhänger

Vereinschef Lutz Bachmann begrüßt den Dialog, obwohl niemand mit ihm reden will. Er plant eine Großkundgebung.

Von Ulrich Wolf

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Fünf aus Tausenden: Die Pegida-Sympathisanten Andreas Dietrich, Gerd Gerull, Heiko Müller, Heide Herrmann und Reiko Beil (v. l. n. r.) wollen politisch etwas bewegen. Drei von ihnen werden Ende März in Berlin Staatssekretär Friedrich Kitschelt treffen, der auch schon im Bundeskanzleramt das Referat Nord-Süd-Beziehungen leitete.
Fünf aus Tausenden: Die Pegida-Sympathisanten Andreas Dietrich, Gerd Gerull, Heiko Müller, Heide Herrmann und Reiko Beil (v. l. n. r.) wollen politisch etwas bewegen. Drei von ihnen werden Ende März in Berlin Staatssekretär Friedrich Kitschelt treffen, der auch schon im Bundeskanzleramt das Referat Nord-Süd-Beziehungen leitete.

© Ronald Bonß

Dresden. Mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete der sächsischen CDU unterstützen eine 14-köpfige Gruppe von Pegida-Sympathisanten. Diese versteht sich als „Scharnier zwischen den Pegida-Organisatoren und der Politik“, sie hat sich bereits mehrfach mit den christdemokratischen Politikern getroffen.

Pegida-Vereinschef Lutz Bachmann begrüßte die Dialogbereitschaft der CDU. Er könne sich daran allerdings nicht beteiligen, da niemand aus der Politik mit ihm reden wolle. Für ihn seien die Gespräche jedoch ein Beleg dafür, „dass Pegida es geschafft hat, einfache Leute wieder für Politik zu interessieren“. Der 42-Jährige kündigte an, den Druck von der Straße weiter zu erhöhen. Am 23. März sei eine Großkundgebung geplant, bis Ende April habe er eine Dauergenehmigung. Die Stadt Dresden wies das jedoch zurück.

Koordinator der Gespräche ist der CDU-Landtagsabgeordnete Lars Rohwer. Er sei positiv überrascht von der Pegida-Gruppe. Die könnte in ihrer Zusammensetzung zwar unterschiedlicher kaum sein, aber „wir müssen doch konstatieren, dass Pegida es geschafft hat, die Systemfrage wieder auf die Tagesordnung zu setzen,“ sagte er. Das hätten zuletzt die 68-er erreicht. Damals sei Druck der Straße von links eingestellten Studenten erfolgt. Nun handele es sich in ihrer Mehrheit um Bürger, die in kein gängiges Links-rechts-Schema passten. Allen gemein sei, dass sie Politik offenbar nicht mehr verstünden. „Uns fehlt ein Erklär-Bär wie Kurt Biedenkopf, der politische Entscheidungen noch verständlich kommunizieren konnte“, sagte Rohwer.

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Er bestätigte ein Treffen der Pegida-Gruppe mit sechs Dresdner CDU-Abgeordneten am 28. Januar im Landtag. Dieser Zusammenkunft folgten weitere Gespräche, unter anderem auch mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz. Der frühere Bürgerrechtler sagte der SZ, in der Kommunikation zum Thema Asyl habe die Politik im Großen und Ganzen versagt. Das „unübersichtliche Wirrwarr zwischen Bund, Ländern und Kommunen“ führe zu Intransparenz. Auch deshalb habe er einem Teil der Gruppe zu einem Termin in Berlin verholfen. Demnach werden drei Pegida-Sympathisanten mit Staatssekretär Friedrich Kitschelt aus dem Entwicklungshilfeministerium zusammenkommen. Der CDU-Mann leitete zuvor das Referat für Nord-Süd-Beziehungen im Kanzleramt.

Der 14-köpfigen Gruppe gehören überwiegend Rentner, Angestellte und Selbstständige an. Ihre Sprecher sind die Dresdner Heiko Müller (50) und Reiko Beil (44). Heute Abend will Pegida zum 18. Mal auf die Straße gehen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 95 Kommentare

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  1. alt89ziger

    Es erinnert mich an die Zeit nach dem Rücktritt von Egon Krenz als ein gewisser Herr Modrow medienträchtig Betriebe besuchte und sich mit Werktätigen traf. Rower, Vatz, und ein Gespräch mit Verantwortlichen in Berlin das sind doch alles Schuldige. NEIN kein halbwegs mitdenkernder Mensch wird sich dadurch blenden lassen. Gebraucht wird jemand der -als erster Schritt --innerhalb von Wochen alle die Leute außer Landes schafft die vollzugsfähig abschiebbar sind. 250.000 Tausend in einem Monat raus, daß wäre das Analogon zur Maueröffnung. Bis dahin wird sich nichts im Lande beruhigen.

  2. Albrecht

    @alt89ziger: Oh je, soviel geballter Frust. Keine Ahnung, wo dieser wirklich herkommt. Tipp: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für dir Psychotherapie. Zum Glück leben wir in einem Land, wo die Betreuung auch in diesem Bereich gut ist. Zum Artikel: Zur OB Wahl 2015 können die Dresdner abstimmen, wie sie die Politik der CDU zum Thema Pegida finden.

  3. Konrad

    Der Kommentar von "alt89ziger" zeigt, dass der Dialog mit Pegida-Leuten vielleicht nicht sinnvoll ist. Aber nicht alle von denen sind so verbohrt und geistig verklemmt wie mein Vor-Kommentator. Deswegen finde ich es wichtig, mit denen zu reden, die für eine Diskussion offen sind und nicht alle gleich abzuschreiben.

  4. Dresdner

    Mecker, meckern, nichts als meckern. Wenn es dann Politiker gibt, die das Heft in die Hand nehmen, um zu erfahren, was die Menschen auf der Straße umtreibt, wird wieder gemeckert. Was wollt Ihr PEGIDA´s denn? Action und Remmidemmi oder durch konstruktive Kritik etwas bewegen. Werdet Euch erstmal selbst einig, ansonsten die Empfehlung, sich für die Reise zum Mars zu bewerben. Lars Rohwer & Co. weiter so und Danke für die Möglichkeit, die Probleme anzusprechen.

  5. Interessiert

    Auweia @alt89ziger Sie ziehen den Unmut sehr vieler Leute auf sich. Zum Einen aufgrund Ihrer sehr populistischen und radikalen Einstellung und zum Anderen den Unmut der Leute, die auf die deutschen Rechtschreibung Wert legen. Traurig ist das, denn ob da ein Erklär-Bär weiterhelfen kann, dem einfachen Mann beides zu erklären, vermag ich zu bezweifeln.

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