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Sonntag, 19.04.2015

Bischof kritisiert Pegida und beklagt Verwilderung der Sitten

Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl warnt bei der Frühjahrstagung der Landessynode in der Dresdner Kreuzkirche vor den Folgen von Pegida.
Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl warnt bei der Frühjahrstagung der Landessynode in der Dresdner Kreuzkirche vor den Folgen von Pegida.

© dpa

Dresden. Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl hat eine Negativentwicklung in der Gesellschaft durch die islamkritische Pegida-Bewegung beklagt. Die, die bei den „Abendspaziergängen“ des Protestbündnisses gegen „Überfremdung“ demonstrierten, seien inzwischen mitverantwortlich „für eine Verwilderung der Sitten, die Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung begreift“, sagte er am Sonntag beim Gottesdienst zur Frühjahrstagung der Landessynode in der Dresdner Kreuzkirche.

Über die Gestaltung der Einwanderung nach Deutschland dürfe und müsse gestritten werden, wie über jede politische Frage. „Aber das hat gewaltfrei und nach demokratischen Regeln zu erfolgen.“

Es werde gefährlich für alle, wenn anderes gewollt werde, das zeige auch der Blick in die Geschichte. „Demokratie ohne Demokraten kann es nicht geben.“ Bohl verwies auf die Übergriffe und Gehässigkeiten auf Fremde und Zugereiste sowie die Anfeindungen von Bürgermeistern und Landräten in inzwischen unerträglichem Ausmaß. Das alles sei Ausdruck einer Aggression, die sich gegen das Zusammenleben im demokratischen Rechtsstaat richte. „Es hat sich eine gefährliche Mischung aus geschürten Ängsten, persönlichem Scheitern und des Verdrusses an demokratischen Prozeduren zusammengebraut, die uns nicht ruhig lassen darf“, mahnte er. (dpa)