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Sonntag, 18.11.2012

Bischof Bohl mahnt am Volkstrauertag Versöhnung an

Dresden. Mit zahlreichen Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag ist am Sonntag auch in Sachsen der Toten beider Weltkriege und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, mahnte in Dresden zu Versöhnung. „Frieden ist eine ständige Aufgabe und verlangt eine bestimmte Lebenshaltung: Friedfertigkeit und die Bereitschaft, Gegensätze zu überwinden“, sagte er. Nur so sei Versöhnung über die Gräber der Kriege hinweg möglich.

Bohl warnte zugleich vor einem Auseinanderdriften Europas angesichts der Schuldenkrise. „Das ist die erste tiefe Krise des europäischen Einigungsprozesses“, sagte der Bischof. „Die Fliehkräfte haben in den vergangenen Jahren zugenommen.“ Die Völker aber müssten in Frieden und Eintracht leben, habe die Geschichte gelehrt, sagte Bohl bei der offiziellen Feierstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

An der Feierstunde im Landtag nahmen mehr als 300 Menschen teil, darunter Abgeordnete, Vertreter zahlreicher Organisationen und der Bundeswehr sowie Jugendliche, die Kriegsgräber in Russland gepflegt hatten. Sie gedachten auch der beiden Soldaten aus Sachsen, die beim Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan getötet worden waren. (dpa)