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Mittwoch, 20.02.2013

Berater Roland Berger: Neonazis hemmen Wachstum im Osten

Für mehr Wachstum brauche der Osten dringend Zuwanderer aus dem Ausland, sagte Berger der Wochenzeitung „Zeit im Osten“. „Nur steht dem etwas entgegen: das Problem mit dem Rechtsextremismus“, sagte der 75-Jährige.

Der Unternehmens- und Politikberater Roland Berger.
Der Unternehmens- und Politikberater Roland Berger.

© dpa

Berlin/Hamburg. Der Unternehmensberater Roland Berger betrachtet den Rechtsextremismus in ostdeutschen Bundesländern als Hemmnis für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Für mehr Wachstum brauche der Osten dringend Zuwanderer aus dem Ausland, sagte Berger der Wochenzeitung „Zeit im Osten“. „Nur steht dem etwas entgegen: das Problem mit dem Rechtsextremismus“, sagte der 75-Jährige. „Wer zweimal pro Woche im Fernsehen Neonazis durch ostdeutsche Städte marschieren sieht, möchte da normalerweise nicht hin. Was denkt da erst ein Migrant?“

Den Kampf gegen Neonazis könne der Osten nur dann gewinnen, wenn er seine Kulturangebote ausbaue. „Wer Kultur und Bildung fördert, bekämpft Extremismus“, sagte Berger dem Blatt. „Der Osten ist Wiege der deutschen Kultur!“ Die Bundesregierung sollte Geld investieren, um historische Kulturstädte wie Weimar und Dessau weiter aufzuwerten und um den innerdeutschen Fremdenverkehr in Schwung zu bringen.

Sein Rat an die Ostdeutschen: „Sie sollten eher mit einem Lächeln zu viel als zu wenig auf ihre Mitbürger aus dem Westen zugehen. Sie sollten einem Besucher das Gefühl geben, dass man gern gesehen ist. Auch mal öfter Danke sagen wäre nicht unbedingt verkehrt.“

Die Strategieberatung Roland Berger hatte jüngst mit einer Studie für Aufsehen gesorgt, wonach die neuen Länder bis 2030 Investitionen in Höhe von einer Billion Euro bräuchten, um mit den alten Ländern gleichzuziehen.

Erst vor wenigen Monaten hatte der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern die NPD als Gefahr für den Tourismus im Land bezeichnet. Die Rechtsextremen seien gegen alles Fremde. „Wir brauchen die Gäste dringend“, sagte Verbandspräsident Jürgen Seidel als CDU-Abgeordneter in einer Landtagsdebatte über das NPD-Verbot.