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Sonntag, 28.02.2016

Bengalos und Böller gegen Flüchtlinge

Die bei Facebook hochgeladenen Bilder vom Samstagabend.
Die bei Facebook hochgeladenen Bilder vom Samstagabend.

© Screenshot: Facebook/szo

Chemnitz. Die Anfeindungen gegen Flüchtlinge in Sachsen reißen nicht ab: Am Samstagabend zogen etwa zehn Menschen mit Bengalos vor die Asylunterkunft im Chemnitzer Stadtteil Einsiedel, teilte die Polizeidirektion Chemnitz am Sonntag mit. Einige sollen vermummt gewesen sein. Es werde wegen Verdachtes auf Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und die Sprengstoffverordnung ermittelt, hieß es. Außerhalb der Flüchtlingsunterkunft sei ein Böller gezündet worden. Die Polizei konnte bislang keine Tatverdächtigen feststellen.

Auf der Facebook-Seite „Informationen aus Einsiedel“ wurden zahlreiche Fotos von der Aktion mit den Fackeln gepostet. Der Kommentar dazu: „Mal eine Art und Weise vor der Erstaufnahme seinen Unmut kund zu tun, die wir so in Einsiedel noch nicht gesehen haben.“

Die Aktion selbst erinnert an die martialischen Auftritte des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan. Bislang hatten Einwohner von Einsiedel vor allem mit Schweigemärschen gegen die Unterkunft in einem früheren Pionierlager protestiert. Dort sind seit Anfang des Jahres vor allem Familien untergebracht. (dpa)