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Sonntag, 27.09.2015

Anschlag auf Martin Duligs Büro

Auf das Radebeuler Büro des stellvertretenden Ministerpräsidenten wurden Pflastersteine geworfen. Das Operative Abwehrzentrum hat die Ermittlungen übernommen.

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Die Scheiben des Büros gingen zu Bruch.
Die Scheiben des Büros gingen zu Bruch.

© SPD Sachsen

  • Die Scheiben des Büros gingen zu Bruch.
    Die Scheiben des Büros gingen zu Bruch.
  • Martin Dulig
    Martin Dulig

Dresden. Während auf dem Anger in Altkötzschenbroda gerade das Radebeuler Weinfest gefeiert wird, attackierten bislang Unbekannte wenige Meter entfernt auf der Meißner Straße das Bürgerbüro von Martin Dulig. In der Nacht zum Sonntag wurden die Scheiben des Büros mit Pflastersteinen eingeworfen sowie Teile der Inneneinrichtung beschädigt, teilt SPD-Sprecherin Caroline Max mit.

„Es ist völlig inakzeptabel, dass es Anschläge auf Büros von Politikern, gleich welcher Parteizugehörigkeit, gibt. Politische Auseinandersetzungen müssen verbal in Parlamenten, auf Diskussionsrunden und auf den dafür vorgesehenen Ebenen geführt werden“, sagt Sachsens Wirtschaftsminister.

Dulig: „Feiger Anschlag“

Der Moritzburger, der sein Büro in Radebeul erst im Juli vergangenen Jahres eröffnet hatte, findet deutliche Wort für die Attacke. In einer ersten Reaktion meinte Dulig: „Feige Anschläge beweisen nur, dass die Täter an einem politisch-demokratischen Diskurs nicht interessiert sind - sondern ihre eigenen, nicht mehrheitsfähigen Ansichten mit Gewalt durchsetzen wollen.“ Dies müsse mit der ganzen Härte des Gesetzes unterbunden werden. Dulig selbst lässt sich in seinem Kampf gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und für ein weltoffenes, willkommensfreundliches Sachsen von der Attacke nicht einschüchtern: „Sollte dies das Ziel gewesen sein, dann wurde es eindeutig verfehlt.“

Links zum Thema

Das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei, in dem die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund landesweit koordiniert werden, hat inzwischen die Ermittlungen übernommen.

Vor wenigen Tagen wurden bereits das Bürgerbüro des SPD-Landtagsabgeordneten Albrecht Pallas in Dresden, das Bürgerbüro der SPD-Bundestagsabgeordneten Simone Raatz in Freiberg und diverse Büros von Politikern der Partei „Die Linke“ in Sachsen angegriffen. (SZ)