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Montag, 15.12.2014

Anleger fordert von früheren Infinus-Managern Schadenersatz

Nach dem Zusammenbruch der Infinus-Finanzgruppe will ein Anleger sein Geld zurück. Er fordert von fünf Ex-Managern Schadenersatz. Das Verfahren vor dem Landgericht Leipzig könnte Musterwirkung haben.

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Leipzig. Gut ein Jahr nach Bekanntwerden des Infinus-Finanzskandals hat am Montag vor dem Landgericht Leipzig ein Schadenersatzprozess gegen fünf Ex-Manager der Gruppe begonnen. Kläger ist ein Anleger, der im Oktober 2012 und im Januar 2013 sogenannte Orderschuldverschreibungen bei der Konzernmutter Future Business KGaA für 75 000 Euro gezeichnet hatte. Er wirft den Managern vor, im Firmenprospekt bewusst falsche Angaben gemacht zu haben. Gegen die fünf Manager ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Dresden wegen des Verdachts auf Anlagebetrugs.

Vier von ihnen sitzen seit November vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, ein Schneeballsystem betrieben und Zehntausende Anleger um Hunderte Millionen Euro betrogen zu haben. Der fünfte Beklagte war zunächst festgenommen worden, im Februar aber nach einem Geständnis wieder freigekommen. Ein Termin für den Strafprozess ist noch nicht absehbar, Anklage wurde noch nicht erhoben.

Beklagte weisen Forderung zurück

Der Kläger warf den Managern am Montag in dem Zivilprozess vor, ihn sittenwidrig geschädigt zu haben. Die Beklagten wiesen den Vorwurf zurück, allerdings ohne näher darauf einzugehen. Das Gericht forderte sie auf, sich bis zum 13. Februar zu äußern.

Das Verfahren könnte nach Angaben des Gerichts Musterwirkung haben. Allerdings dürften sich im Falle eines Schadenersatzanspruches nur solche Anleger Hoffnungen machen, die ihre Orderschuldverschreibungen zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie der Kläger gezeichnet hatten. Orderschuldverschreibungen sind Schuldverschreibungen, die auf den Namen einer bestimmter Person lauten

Die allermeisten Firmen aus dem rund zwei Dutzend Unternehmen zählenden Infinus-Geflecht waren nach Bekanntwerden der Ermittlung und Beschlagnahme umfangreicher Vermögenswerte zahlungsunfähig geworden. Die Forderungen belaufen sich nach Angaben der Insolvenzverwalter auf insgesamt über eine Milliarde Euro. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. matt22

    Wer einen Taschenrechner nicht bedienen kann, mit dem kann man kein Mitleid haben. Wer da 75.000 EUR anlegt und das Agebot nicht nachrechnen kann ... M. A.

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