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Mittwoch, 27.01.2016

An der Katastrophe vorbeigeschrammt

Eine Lkw-Panne im Tunnel Königshainer Berge endet glimpflich. Trotzdem wird in die Umleitungsstrecke investiert.

Von Alexander Kempf, Wulf Stibenz und Thomas Christmann

Der niederländische Schwerlasttransporter schrammte im Tunnel Königshainer Berge hundert Meter an der Wand entlang.
Der niederländische Schwerlasttransporter schrammte im Tunnel Königshainer Berge hundert Meter an der Wand entlang.

© Danilo Dittrich

Wer am Dienstagmorgen durch die nördliche Röhre des Autobahntunnels Königshainer Berge in Richtung Dresden gefahren ist, dem sind die Streifen an der Tunnelwand womöglich gar nicht aufgefallen. Der Schaden, den in der Nacht zuvor ein Schwerlasttransporter verursacht hatte, ist relativ unscheinbar. Zum Glück. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich der Sattelzug in dem engen Tunnel verkeilt hätte. Stattdessen ist die hinterste Achse des selbst lenkenden Anhängers kurz nach der Einfahrt in die Röhre nach rechts geglitten. Der unbeladene Anhänger bricht so aus und schleift rund hundert Meter an der Tunnelwand entlang, ehe das Fahrzeug zum Stehen kommt. Ein technischer Defekt sei laut Polizeisprecher Thomas Knaup für den Vorfall verantwortlich.

Die Beamten sperren die rechte Fahrspur am Montagabend, bis das Abschleppunternehmen Dussa vor Ort ist. Aus eigener Kraft hätte der in den Niederlanden zugelassene Schwerlasttransporter den Autobahntunnel nicht mehr verlassen können. Komplett dichtgemacht wird die nördliche Röhre trotz des liegen gebliebenen Fahrzeugs aber nicht. „Da zu jedem Zeitpunkt eine sichere Verkehrsführung über eine Fahrspur mit einer reduzierten zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde gewährleistet war, gab es auch keinerlei Grund, den Tunnel zu sperren“, erklärt die Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Isabel Siebert haben gestern mehrere Presseanfragen zu dem Autobahntunnel erreicht. Das ist wenig verwunderlich. Denn Unfälle im Tunnel wecken unschöne Erinnerungen. Erst im Mai 2013 war dort ein Lastwagen ausgebrannt und hatte so für eine monatelange Sperrung der Autobahn in der Gegenrichtung gesorgt.

Tunnelumfahrung wird ausgebaut

Gerade die angrenzenden Gemeinden Kodersdorf und Waldhufen haben sehr unter den Umleitungen gelitten. Ähnliches ist diesmal aber nicht zu befürchten. „Bis auf ein paar oberflächliche Kratzer an der Betonwand und eine kaputte Löschwasserklappe hat der Lkw keinen Schaden im Tunnel Königshainer Berge angerichtet“, informiert Isabel Siebert. Das dürfte vielerorts für Aufatmen sorgen. Nicht zuletzt wohl beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr selbst. Denn die Kosten für die Instandhaltung sind marginal. „Die kaputte Löschwasserklappe zu reparieren ist kaum der Rede wert, die Kratzer an der Wand müssen nicht repariert werden“, so die Pressesprecherin. Sie schätzt die Kosten für eine neue Löschwasserklappe auf maximal 1 000 Euro. Schlimmer hat es das Fahrzeug selbst erwischt. Die Polizei gibt den Sachschaden mit etwa 10 000 Euro an. Weder der 31-jährige Fahrer, noch andere Beteiligte sind verletzt worden.

Für die Anrainer ist wichtig, dass der Verkehr weiter über die Autobahn rollt und nicht ausweichen muss.

Weil sich das nicht immer vermeiden lässt, will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Jänkendorfer Kreuzung für rund 1,6 Millionen Euro inklusive eines Bypasses ausbauen. Der soll sicherstellen, dass der Verkehr auch bei einer Tunnelsperrung zügig in Richtung Görlitz abfließt. Bei der mehrmonatigen Sperrung im Jahr 2013 war es an der Kreuzung zu sehr langen Rückstaus gekommen. Damals waren die Straßen der Umleitung teils so stark beschädigt worden, dass das Landesamt diese später in weiten Teilen erneuern musste.

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