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Freitag, 26.02.2016

Aldi nimmt Wein aus den Regalen

Der Discounter stoppt den Verkauf des 2014er Rivaner – obwohl die Winzergenossenschaft den gar nicht zurückgerufen hat.

Von Tobias Hoeflich

Der Discounter Aldi-Nord hat entschieden, den 2014er Rivaner der Genossenschaft aus dem Sortiment zu nehmen.
Der Discounter Aldi-Nord hat entschieden, den 2014er Rivaner der Genossenschaft aus dem Sortiment zu nehmen.

© dpa

Meißen. Die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen muss im Zuge der Insektizid-Affäre einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der Discounter Aldi-Nord hat entschieden, den 2014er Rivaner der Genossenschaft aus dem Sortiment zu nehmen. Das geht aus einem Bericht der Dresdner Neuesten Nachrichten vom Donnerstag hervor.

Demnach habe ein Sprecher des Handelskonzerns erklärt, dass man sich zu diesem Schritt im Sinne des „vorsorglichen Verbraucherschutzes“ entschlossen hat, um einer möglichen Verunsicherung bei den Kunden vorzubeugen. Erhältlich war der Wein in den Regionalgesellschaften Greiz und Wilsdruff. Wie viele Flaschen von der Maßnahme betroffen sind, ist unklar. Die Winzergenossenschaft war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Kooperation zwischen den Winzern und dem Discounter kam erst Ende vergangenes Jahr zustande. „Da sich Aldi seit Langem als Anbieter qualitativ hochwertiger Weine etabliert hat, sind wir gerne auf die Anfrage nach einem sächsischen Wein eingegangen“, sagte Manja Licht, Marketingleiterin der Winzergenossenschaft, im November gegenüber der SZ. „Wir sind überzeugt, dass die Kunden dieses Angebot zu schätzen wissen werden. Es dürfte den Ruf des gesamten Weinanbaugebietes Sachsen stärken.“

Die Tests laufen noch

Tatsächlich hat der Ruf in den vergangenen Wochen gelitten, nachdem sowohl bei der Genossenschaft als auch beim Weingut Jan Ulrich Spuren eines Insektizids mit dem Wirkstoff Dimethoat gefunden wurden. Dieses ist zwar nicht in der Landwirtschaft generell, wohl aber im Weinanbau verboten. Auch wenn keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher besteht, haben die betroffenen Winzer mehrere Weine zurückrufen müssen. Der im Aldi verkaufte und aus dem Sortiment genommene 2014er Rivaner zählt jedoch nicht dazu. Währenddessen dauern die Untersuchungen im Insektizid-Skandal an. Sämtliche großen Winzer im sächsischen Weinanbaugebiet lassen derzeit ihre Weine auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels testen.