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Mittwoch, 30.08.2017

Wie gesund ist Superfood wirklich?

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Leckerer Smoothie.
Leckerer Smoothie.

© dpa-tmn

„Für die tägliche Portion Obst greife ich gern auch mal auf fertige Smoothies zurück. Die gibt es ja sogar mit Chia-Samen und anderen Superfoods, die viele wichtige Inhaltsstoffe mitbringen. Kann ich damit wirklich gut meinen Tagesbedarf decken?“

Dazu Ernährungsexpertin Kristina Werner von der Verbraucherzentrale Sachsen: Smoothies gibt es mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarktregal und mit verschiedenen Zutaten, darunter auch mit angepriesenen Superfoods wie Chiasamen, Gojibeeren, Spirulina-Algen oder Matcha. Immerhin sollen viele Vitamin- bzw. Mineralstoffe oder wertvolle Pflanzenstoffe in ihnen stecken. Das erweckt schnell den falschen Anschein, dass einheimisches Obst und Gemüse im Vergleich zu den scheinbaren Alleskönnern weniger kann. Noch dazu werden sie mit allerlei gesundheitsfördernden Eigenschaften beworben. Acai-Beeren sollen beispielsweise bei Diäten helfen und Falten reduzieren, Goji-Beeren dagegen das Immunsystem stärken, während Matcha-Tee eine Anti-Aging-Wirkung nachgesagt wird. Die wissenschaftliche Beweislage ist dafür aber mehr als dünn.

Superfood ist als ein Marketingbegriff anzusehen. Die Hersteller von Smoothies profitieren von dem medialen Hype um die Superfoods und müssen ihre Kunden nicht mehr selbst von den nicht belegten Wirkungen überzeugen. Ihr Übriges tun dann Produktnamen oder Hinweise wie „Wachmacher“, „Detox“ und „Kraftpaket“, die dem Kunden positive Wirkungen suggerieren sollen. Zwar sind Heidelbeere, Guarana und Co. durchaus in diesen Produkten enthalten, aber oft nur in sehr geringen Mengen. Stattdessen machen Apfel-, Orangensaft und Bananenmark in der Regel den Hauptteil der Smoothies aus. Ein (meist nicht einmal nachgewiesener) gesundheitlicher Zusatznutzen dieser Alibi-Zutaten ist daher in der Regel auszuschließen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Volker W.

    Ihre Frage in der Überschrift ist echt gut. Eine Ernährungsexpertin antwortet. Vielleicht wäre es besser weniger Experten zu haben, dafür mehr Fachleute? Bitte darüber nachdenken.

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