Samstag, 01.12.2012
Tschüss, Schmuddelwetter!
Neue Reiseziele, mehr Fernreisen, aber auch höhere Preise: Die SZ stellt die Urlaubstrends für den kommenden Sommer vor.
Ab ins Warme! Foto: dapd/Klaus-Dietmar Gabbert
Was gibt es Schöneres, um sich vom nassgrauen Wetter abzulenken als den nächsten Urlaub zu planen. Alle großen Veranstalter haben jetzt ihre Programme für den Sommer 2013 vorgelegt.
Neue Trendländer
Spanien ist seit Jahren Nummer eins der Sommerziele im Ausland. „Neue Trendziele sind Adrialänder wie Kroatien und Slowenien“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband. Ein weiterer Aufsteiger ist Montenegro, das vor dem Kosovo-Konflikt sehr beliebt war. Promis und Filmemacher haben das Land bereits wiederentdeckt: Brad Pitt war da. Daniel Craig mimte dort James Bond in Casino Royale.
Türkei wird teurer
Die Türkei ist nach Spanien und Italien das Sommerziel Nummer drei im Ausland. Viele Veranstalter heben dort im nächsten Sommer die Preise an. Um drei Prozent steigen sie beispielsweise bei Dertour, Meier’s Weltreisen und ADAC Reisen. Tui verlangt 2,5 Prozent, Öger Tours zwei Prozent mehr. Plus zwei Prozent sind es auch bei FTI und der Rewe-Pauschaltouristik mit ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg. Der Beliebtheit des Landes dürfte das kaum etwas anhaben: „Das Preis-Leistungsverhältnis ist immer noch stimmig“, sagt Schäfer.
Mehr Fernreisen, aber teurer
Wer von Karibikpalmen träumt, muss sich auf bis zu zehn Prozent höhere Preise einstellen. Das gilt zum Beispiel bei Dertour und Meier’s Weltreisen. „Grund ist der gestiegene Wert des US-Dollars gegenüber dem Euro“, sagt Michael Frese, Sprecher der Geschäftsführung. Ebenso stark steigen bei ihnen die Preise für die USA, Mittel- und Südamerika sowie Dubai, die Malediven und Bali.
Bei der Rewe-Pauschaltouristik werden Fernreisen im Schnitt drei Prozent teurer, bei Tui gilt dasselbe für Reisen nach Asien und in die Karibik. Auch Alltours und FTI heben die Preise für Fernziele an. Gründe dafür seien die Kerosinzuschläge der Airlines, die Luftverkehrssteuer und der gestiegene Dollarkurs, erklärt Schäfer. Trotzdem würden Fernreisen boomen. Eine Ursache dafür: „Die Deutschen sind Reiseweltmeister und kennen schon eine Menge Urlaubsländer. Viele wollen etwas Neues sehen.“ Das führe etwa dazu, dass Länder wie Costa Rica oder Vietnam beliebter werden.
Einige Veranstalter haben ihre Kataloge entsprechend ausgeweitet: Thomas Cook zum Beispiel hat sein Angebot an Fernreisen um 38 Prozent und das Luxussegment um 30 Prozent ausgebaut. Gerade Luxusreisen seien in der vergangenen Saison gefragt gewesen. Auch die Schwestermarke Neckermann hat zusätzliche Angebote für Fernreisen im Programm – zum Beispiel nach Kuba, in die USA und nach Südafrika.
Einige ganz neue Ziele
„Im Grunde sind alle Reiseziele heute erschlossen“, sagt Prof. Kirstges, Direktor des Instituts für innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Dennoch gibt es ein paar neue Ziele in den Katalogen. Bhutan ist zum Beispiel bei Meier’s Weltreisen erstmals dabei. Gebeco nimmt die Mongolei auf. Der Studienreisen-Spezialist Studiosus führt Urlauber künftig auch nach Bangladesch, Papua-Neuguinea und Simbabwe. Bedarf für solche Ziele gebe es durchaus, erklärt Kirstges. „Einige wollen im Urlaub ein Abenteuer im positiven Sinne erleben.“
Wenig Preisnachlässe
Die Umbrüche im arabischen Frühling haben viele Urlauber von Ländern in Nordafrika abgeschreckt. „Inzwischen hat der Tourismus dort aber wieder angezogen“, erklärt Schäfer. „Daher normalisieren sich die Preise.“
Allzu große Schnäppchen dürfen Urlauber also nicht mehr erwarten. Dennoch locken einige Veranstalter weiter mit Preisnachlässen, damit diese Entwicklung im nächsten Jahr nicht nachlässt: Bei Thomas Cook wird zum Beispiel Tunesien zwei Prozent günstiger, FTI bietet Reisen nach Ägypten und Tunesien um bis zu drei Prozent billiger an. Auch Alltours senkt die Preise für Urlaubsreisen nach Ägypten und Tunesien.
Mehr Exklusives
Einige Veranstalter setzen verstärkt auf exklusiv angebotene Hotels. Die Tui etwa hat rund 150.000 Betten im kommenden Sommer im Programm, die sonst nirgends in Deutschland zu buchen sind – 30000 mehr als bislang. Auch bei Alltours geht der Trend dahin.
Andere setzen auf Exklusives im Sinne von Außergewöhnlichem: Thomas Cook nimmt zum Beispiel einen Golfurlaub auf einer 2000 Meter hoch gelegenen Alm ins Programm. Oder eine Reise, bei der Urlauber selbst mit einem Porsche durch die Dolomiten fahren. Eine weitere Neuheit in den Sommerkatalogen von Thomas Cook sind die Sunprime Resorts – Hotels nur für Erwachsene. (dpa)
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http://www.sz-online.de/ratgeber/tschuess-schmuddelwetter-2444953.html