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Freitag, 15.02.2013

Tapes nur bedingt geeignet

Farbige Pflasterstreifen für den Freizeitsport werden beliebter. Doch Ärzte sind skeptisch.

Profis machen es vorFoto: dpa
Profis machen es vorFoto: dpa

Bunte Kinesio-Tapes zieren Beine, Rücken und Bäuche zahlreicher Topathleten. Auch Freizeitsportler greifen immer häufiger zu den farbenfrohen Pflasterstreifen. Gemeinhin wird angenommen, sie stützen und entlasten Muskeln, Sehnen und Gelenke – sowohl vorbeugend als auch bei akuten Problemen. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es dazu allerdings bislang kaum. Professor Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln sieht zwei Seiten: „Unter therapeutischen Gesichtspunkten hat eine punktuelle und zeitlich begrenzte Unterstützung des Bewegungsapparats Sinn, denn Tapes geben den Sportlern körperliche und psychologische Sicherheit“, sagt er. „Allerdings halte ich sie als vorbeugende Maßnahme nur eingeschränkt für geeignet.“ Denn im Gegensatz zu Bandagen kleben die Tapes rutschfest auf der Haut und geben bei Bewegungen kein Stück nach. Froböse fürchtet, dass sich die Sensomotorik verändert – also Aufnahme und Verarbeitung von Informationen und deren Umsetzung in Bewegung anders werden. „Bei jeder Verwendung geben sie einen fremden Reiz auf Teile des Bewegungsapparats ab“, sagt er. „Entwickelt sich daraus eine Abhängigkeit, wird eine Rückkehr zum natürlichen Bewegungsverhalten aufwendiger. Folgeschäden können entstehen.“ Tapes könnten wie Nasenpflaster schnell aus der Mode kommen. (dpa)

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