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Freitag, 26.02.2016

So entwickeln sich die Renten in Sachsen bis 2040

Das Rentenniveau soll sinken. Allerdings steigt die Kaufkraft – abhängig vom Wohnort.

© Symbolfoto: dpa

Rentner werden 2040 im Durchschnitt etwa fünf Prozent weniger Rente zur Verfügung haben als heute. Das Rentenniveau soll nicht mehr in gleichem Maße wie das Lohnniveau steigen. Das geht aus einer Studie der Prognos AG hervor, die gestern im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer vorgestellt wurde, zu der die Sparkassenversicherung Sachsen gehört. Ursache für diese Entwicklung ist, dass die jetzigen Rentner meist durchgängig gearbeitet haben. Sie waren weniger arbeitslos, und Frauen haben weniger Auszeiten für die Kindererziehung genommen.

Wie hoch die Rente künftig ausfällt, darüber entscheidet vor allem der Beruf. So kommt laut Prognos eine Teamleiterin ohne Kinder, die keine Unterbrechungen in ihrer Berufslaufbahn hat, im Jahr 2040 auf 2 370 Euro monatliche Rente. Das sind allerdings lediglich 34 Prozent bezogen auf das Durchschnittseinkommen der letzten fünf Jahre. Eine Verkäuferin mit zwei Kindern dagegen erhält wegen Erziehungszeiten und Zeiten geringfügiger Beschäftigung nur 1 090 Euro. Das sind laut Prognose 51 Prozent berechnet auf die letzten Verdienste. Paradox: Trotzdem sollen die heute über 40-jährigen Sachsen mit dem Eintritt in die Rente im Alter von künftig 67 Jahren unterm Strich mehr Geld im Portemonnaie haben als die jetzige Rentnergeneration. Die Studie besagt nämlich auch, dass die Kaufkraft in Sachsen bis 2040 zunimmt. Prognos-Chefökonom Michael Böhmer führt diese Zunahme auf das im Bundesvergleich unterdurchschnittliche Preisniveau im Freistaat zurück, das sich nach gegenwärtigen Berechnungen auch in den nächsten Jahrzehnten nicht grundlegend ändern werde. Wohnkosten sowie Ausgaben für Bildung und Gesundheit seien dafür entscheidend. Das heißt, in vielen Regionen des Freistaates können sich die älteren Bürger künftig mehr von ihrer Rente leisten. Überraschend ist aber, dass das nicht für die Großstädte Dresden, Chemnitz und Leipzig zutreffen wird. Denn dort sind die Lebenshaltungskosten und insbesondere die Ausgaben für das Wohnen deutlich höher als in anderen Regionen Sachsens. Dagegen haben Rentner im Erzgebirgs- und im Vogtlandkreis am meisten von ihren Altersbezügen. (gfl)

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