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Freitag, 26.07.2013

Schon beim ersten Euro schuldig

Bei der Steuererklärung können bereits kleine Fehler oder Schummeleien Folgen haben. Ab 100.000 Euro ist eine Freiheitsstrafe möglich.

Von Falk Zielke

Im Steuerrecht gibt es keine Bagatellgrenze. „Wer dem Fiskus vorsätzlich oder leichtfertig Steuern vorenthält, macht sich schon ab dem ersten Euro schuldig“, sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Ernste Folgen drohen allerdings erst bei größeren Verstößen. „Manche Behörde leitet zwar schon bei kleineren Beträgen Ermittlungsverfahren ein“, sagt Markus Deutsch. „Doch das wird dann oft wieder eingestellt.“ Möglicherweise muss dann ein Bußgeld gezahlt werden.

Ab einem Betrag von 50.000 Euro wird bei Steuerhinterziehung laut Rechtsprechung eine Geldstrafe fällig, und ab 100.000 Euro droht sogar eine Freiheitsstrafe. Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren ohne Aussetzung zur Bewährung halten Richter ab einem Betrag von einer Million Euro für angemessen.

Die fünf häufigsten Fehler

Arbeitsweg: Die Fahrt zur Arbeit können Beschäftigte steuerlich geltend machen. Für jeweils eine Strecke erkennt das Finanzamt 30 Cent pro Kilometer an. „Häufig wird hier aber zu viel in die Steuererklärung eingetragen“, sagt Deutsch. Im Zweifel rechnet der Fiskus nach.

Arbeitszimmer: Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer mindern die Steuerlast. „Manchmal wird das Arbeitszimmer aber gleichzeitig auch als Gästezimmer genutzt“, sagt Markus Deutsch. Dann werden die Kosten aber nicht unbedingt anerkannt. Auch hier gilt: Bei Zweifelsfällen schauen die Finanzbeamten genau hin und rechnen nach.

Haushaltshilfe: Putzfrauen sollten unbedingt bei der Minijobzentrale angemeldet werden. Denn dann werden Sozialabgaben und Steuern entrichtet. „Wer zum Beispiel seine Haushaltshilfe schwarz bei sich beschäftigt, macht das eben nicht“, sagt Deutsch. Fällt das dem Finanzamt auf, müssen Auftraggeber mit Nachzahlungen und Bußgeldern rechnen.

Kapitalanlagen: Erträge aus Kapitalanlagen müssen versteuert werden. „Das gilt in der Regel auch für ausländische Kapitalerträge“, sagt Markus Deutsch. Manche Anleger vergessen aber, diese Erträge anzugeben – oft, weil sie im Ausland dafür schon Steuern gezahlt haben.

Bewirtungskosten: Freiberufler und Selbstständige können Bewirtungskosten von der Steuer absetzen. Allerdings nur, wenn der Anlass beruflich war. Wer seine Familie zum Essen ausführt, kann die Rechnung nicht einfach einreichen. Damit das Finanzamt die Belege anerkennt, müssen sie sorgfältig ausgefüllt werden. „Auch hier schauen die Beamten im Zweifel genau hin“, sagt Deutsch. (dpa)

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