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Samstag, 05.04.2008

Liebe per Maus-Klick

2500 Partnerbörsen gibt es im Netz. Eine Übersicht, worauf Singles bei der Suche achten sollten.

Von Sabine Schmidt-Peter

Endlich als Liebespaar durchs Leben gehen – das wünschen sich viele Singles. Um den Traumpartner zu finden, nutzen immer mehr Menschen Partnervermittlungsagenturen, die online auftreten. Allerdings sind diese Angebote nicht immer seriös. Foto: dpa
Endlich als Liebespaar durchs Leben gehen – das wünschen sich viele Singles. Um den Traumpartner zu finden, nutzen immer mehr Menschen Partnervermittlungsagenturen, die online auftreten. Allerdings sind diese Angebote nicht immer seriös. Foto: dpa

Er, 36 Jahre alt, sucht Sie zum Pferdestehlen – und mehr. Anzeigen wie diese findet man zuhauf im Internet. Kein Wunder, denn in Deutschland leben rund elf Millionen Singles. Und die versuchen zunehmend, über Verkuppelungsshows, Singlereisen oder Speed-Dating das passende Gegenstück fürs private Glück zu finden. Am beliebtesten sind dabei Partnerbörsen im Internet. Rund 2500Anbieter gibt es allein im deutschsprachigen Raum – und diese Börsen lassen sich ihre Hilfe bei der Suche nach der großen Liebe teils teuer bezahlen: 2007 gaben deutsche Singles 85 Millionen für die Suche nach dem Traumpartner aus. Angesichts der Millionenumsätze sollten Verbraucher umso genauer prüfen, ob sie bei einer seriösen Agentur gelandet sind.

Welche Anbieter gibt es?

Am häufigsten vertreten sind im Netz die Seiten von Kontaktanzeigen und Partnervermittlungen. Bei Kontaktanzeigen treten die meist jüngeren Benutzer selbst in Kontakt mit anderen. Chatten und der Spaß am Flirten stehen hier im Vordergrund. Online-Partnervermittlungen hingegen konzentrieren sich auf ältere Kunden, die auf der Suche nach einer festen Partnerschaft sind. Um sich auf diesen Seiten anzumelden, müssen meist ein Fragebogen ausgefüllt und ein umfangreiches Profil erstellt werden. Hier geht der Kunde auch nicht selbst auf die Suche. Stattdessen ermittelt die Agentur anhand eines psychologischen Testverfahrens, wer zu wem passen könnte.

Neben Kontakt- und Vermittlungsseiten gibt es außerdem Singleportale wie Blinddate- oder Seitensprungagenturen, sowie Börsen für Alleinerziehende, Senioren, Akademiker, Behinderte oder Menschen mit einer chronischen Krankheit.

Was kostet der Kontakt?

In der Regel kostet es nichts, sich ein Profil anzulegen und in Steckbriefen anderer Mitglieder zu schmöckern. Die Kontaktaufnahme jedoch muss meist bezahlt werden. Je nach Anbieter kostet das zwischen 12,90und 50Euro pro Monat. Da bei Onlineportalen oftmals Damenmangel herrscht, ist bei einigen Portalen – beispielsweise bei neu.de und Dating Cafe – die Mitgliedschaft für Frauen kostenlos.

Muss man sich immer registrieren lassen?

Eine Registrierung wird bei einer Kontaktvermittlung fast immer verlangt – und oft auch schon vor dem Stöbern in der Kontaktkartei. Bei amio.de und datingcafe.de können Kontaktanzeigen auch ohne die Angabe von persönlichen Daten angeschaut werden.

Woran erkennt man einen seriösen Anbieter?

Seriöse Anbieter sind erreichbar und stehen im Falle von Nachfragen zur Verfügung. Die Allgemeinen Geschäfts- und Nutzerbedingungen müssen leicht zugänglich und transparent sein. Aus ihnen geht bei seriösen Börsen deutlich hervor, dass persönliche Daten weder weitergegeben noch für Werbe- oder Pressezwecke genutzt werden. Wichtig ist auch, dass den Nutzern klar gesagt wird, welchen Service sie zu welchem Preis bekommen.

Welche Vorteile hat die Partnersuche im Netz?

Nirgendwo ist die Auswahl an potenziellen Lieben so groß wie im Netz. Selbst auf Single-Parties trifft man nicht annähernd so viele partnersuchende Menschen. Viele lockt auch, dass sich Unsicherheit, Schönheitsfehler und schlechte Angewohnheiten im Internet erst mal verbergen lassen.

Ist die Partnersuche im Netz gefährlich?

Tatsächlich gibt es gefährliche Lockangebote – beispielsweise so genannte „Fakes“. Das sind Pseudo-Suchende, die von Betreibern engagiert werden, um das Portal interessanter zu machen. Sie sollen Kunden dazu bringen, eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abzuschließen, um mit dem vermeintlichen Traumpartner in Kontakt treten zu können. Stalking kann eine weiterere unerwünschte und möglicherweise gefährliche Folge des Online-Dating sein. Und wer seine Telefonnummer oder andere persönliche Daten zu schnell herausgibt, muss damit rechnen, unliebsame Verehrer nicht so schnell wieder loszuwerden. Dem will die Initiative „Safer Dating“ vorbeugen: Sie rät Nutzern, ihre Anonymität so lange zu wahren, bis sie den Interessenten einschätzen können. Wichtig ist ferner, den Kontakt vorerst nur über die interne Nachrichtenvermittlung der Plattform laufen zu lassen.

Wie erfolgreich ist die Partnersuche im Netz?

Psychologen sagen, so erfolgreich oder scheiternd wie auch in jeder Kneipe oder dem Sportverein. Der Anbieter Parship.de hingegen wirbt mit einer Erfolgsquote von rund 40 Prozent.

Partnersuche im Netz: Ja oder Nein?

Die Frage, ob und auf welchem Weg man sich auf die Suche nach der großen Liebe macht, kann nur jeder für sich selbst beantworten. Mit der Partnersuche im Internet können sich die Erfolgschancen durchaus erhöhen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Ob Er oder Sie nun der oder die Richtige ist, zeigt sich in den meisten Fällen erst nach Monaten. Wer im Internet auf der Suche ist, sollte sich jedoch bewusst sein, dass durch die Anonymität die Gefahr, an den oder die Falsche zu geraten, höher ist. Online-Dating sollte daher mit Vorsicht genossen werden.