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Samstag, 23.02.2008

Die Anzeichen für einen Seitensprung

Frauen sind beim Fremdgehen raffinierter. Wann Partner stutzig werden sollten.

Scham, Wut und Bitterkeit: Wenn ein Partner untreu geworden ist, packt der andere oft seine Koffer. Foto: dpa
Scham, Wut und Bitterkeit: Wenn ein Partner untreu geworden ist, packt der andere oft seine Koffer. Foto: dpa

Romantiker tun sich schwer mit der Tatsache. Aber Seitensprünge sind gar nicht so selten. „Menschen suchen in ihren Beziehungen immer nach Vollkommenheit“, sagt Paarcoach Eva-Maria Zurhorst. Wer das Gefühl habe, in der Zweisamkeit fehle etwas, versuche das Vakuum aufzufüllen. „Und manchmal kommt das Fehlende eben von außen.“ Kleine Zeichen im Alltag können darauf hindeuten, dass in einer Beziehung etwas nicht stimmt.

Geht sie oder er offensichtlich auf Distanz, ist das schon ein sehr deutlicher Hinweis. „Wenn sich der andere nur noch mit sich selbst beschäftigt und Begegnungen mit dem Partner aus dem Weg geht, kann das bedeuten, dass er sich innerlich mehr und mehr von der Beziehung verabschiedet“, sagt Psychologe Michael Mary. Im Klartext heißt das: Geht der Freund fast ausschließlich nur noch seinen eigenen Interessen nach, telefoniert stundenlang und bespricht Dinge, von denen sie nichts weiß, ist Gefahr im Verzug.

Ein deutliches Signal ist es auch, wenn er sich im Internet neue Bekanntschaften sucht. Manche Männer streben immer wieder nach Bestätigung und sind deshalb an „neuen Kontakten“ interessiert.

Bei den Männern sollten die Alarmglocken klingeln, wenn Frauen lustlos im Bett sind und immer wieder neue Ausreden erfinden, wenn es zur Sache gehen soll. Denn die häufigste Ursache für Untreue ist laut einer Studie des Projekts Theratalk an der Universität Göttingen sexuelle Unzufriedenheit. So gaben 79 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen, die einen Seitensprung hinter sich haben, diesen Grund an. Verantwortlich dafür ist meist, dass Paare über ihre Probleme im Bett nicht miteinander sprechen. Es gibt aber auch Partner, die vor ihrer Beziehung noch keine großen sexuellen Erfahrungen haben. Bei ihnen ist die Neugierde oft groß. Viele haben auch Angst, etwas zu verpassen.

Wenn Männer auf einmal viel aufmerksamer sind oder sogar Blumen und Geschenke mitbringen, obwohl es gar keinen Anlass gibt, sollten Frauen hellhörig werden. Kommen diese plötzlichen Zuwendungen dann auch noch mit längeren Arbeitszeiten und Auswärtsterminen einher, ist die Sache oft klar.

Bei manchen Fremdgehern fällt auf, dass sich ihr Gesamtzustand unerklärlich gebessert hat. Andere legen mehr Wert auf ihr Äußeres. Einige sind Meister darin, so zu tun, als ob nichts wäre. „Wer ein bisschen sensibel ist, spürt, wenn der Partner auch anderswo aktiv wird“, sagt Sex-Talkerin Erika Berger. Gerade Frauen haben einen sechsten Sinn in dieser Hinsicht. „Männer merken es oft ziemlich spät, wenn sich die Partnerin ihren Spaß woanders sucht“, hat Erika Berger in Gesprächen mit Betroffenen festgestellt. Frauen seien beim Fremdgehen raffinierter und planen die ganze Sache vorher ganz genau. Sicherheit bringt nur ein klärendes Gespräch. (dpa/SZ)