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Dienstag, 15.07.2003 Sprechstunde

Laser kann Kurzsichtigen helfen

Mit dem Laserstrahl können Augenärzte Teile der Hornhaut abtragen und damit Fehlsichtigkeiten korrigieren. Im Idealfall wird so eine Brille überflüssig. Über Chancen und Risiken des Eingriffs sowie Alternativen informierten am SZ-Expertentelefon die Augenärzte Dr. Andreas Böhm, Prof. Markus Kohlhaas, Dr. Mathias Müller und Dr. Katharina Pollack von der Augenklinik des Dresdner Uniklinikums. Hier die Zusammenfassung:

Ich leide unter starker Kurzsichtigkeit in Verbindung mit einer Hornhautverkrümmung. Beim Sport stört mich die Brille. Kontaktlinsen vertrage ich nicht. Lässt sich meine Fehlsichtigkeit mit dem Laser korrigieren?

Sind die Werte Ihrer Brille höher als zehn Dioptrien, ist eine Laserbehandlung der Hornhaut nicht zu empfehlen. Es besteht das Risiko, dass sich die Hornhaut später wölbt. Dadurch könnten Sie dann viel schlechter sehen als heute. Es wäre aber möglich, Ihnen eine so genannte intraokulare Kontaktlinse einzusetzen, die vor die körpereigene Linse käme.

Wegen Hornhautverkrümmung beider Augen trägt mein zehnjähriger Sohn seit dem siebten Lebensjahr eine Brille. Auf einem Auge lässt sich der Fehler auf diese Weise nicht ausgleichen. Könnte ihm eine Behandlung mit dem Laser helfen?

Grundsätzlich behandeln wir die Hornhaut erst dann mit dem Laser, wenn der Patient älter als 18 Jahre ist. Außerdem sollten die Werte von Brille oder Kontaktlinse mindestens zwei Jahre stabil sein. Ob bei Ihrem Sohn eine Verbesserung der Sehschärfe erzielt werden kann, ist fraglich, da seine Sehschwäche vermutlich zu spät mit einer Brille korrigiert wurde. Vor einer Operation mit dem Laser wären formstabile Kontaktlinsen zu empfehlen.

Ich bin 59 Jahre alt und trage schon sehr lange eine Brille mit -2,5 Dioptrien. Brauche ich nach einer Laser-Korrektur nie mehr eine Brille zu tragen?

Ihr Wunsch lässt sich mit einer Laser-Operation nicht erfüllen. Auf Grund Ihres Alters verlieren Sie durch das Lasern der Hornhaut die Fähigkeit, ohne Brille zu lesen. Wie alle Normalsichtigen, die älter als 45 Jahre sind, müssten Sie dann eine Nahbrille tragen.

Ich bin weitsichtig und möchte keine Brille mehr tragen. Ist bei mir eine Operation mit dem Laser möglich?

Eine Laserbehandlung ist nur bei geringer Weitsichtigkeit bis zu drei Dioptrien zu empfehlen. Aber es gibt die Möglichkeit, Ihnen vor die eigene Linse eine so genannte intraokulare Kontaktlinse einzusetzen. Für diesen Eingriff muss Ihr Auge exakt ausgemessen werden, um festzustellen, ob die Kunststofflinse genügend Platz hat.

Sollten Sie älter als 50 Jahre und stark weitsichtig sein, ist die Entfernung der körpereigenen Linse und das Einsetzen einer Kunststofflinse möglich.

Diese Operation ist der des Grauen Stars sehr ähnlich.

Nach einer Hornhautentzündung vor vielen Jahren habe ich eine Narbe auf der Hornhaut zurückbehalten. Kann mir eine Laser-OP helfen?

Ja. Narben an der Oberfläche der Hornhaut lassen sich mit dem Laser abtragen.

Auch ganz winzige Verletzungen der Hornhaut, die immer wieder aufreißen und das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge verursachen, können mit dem Laser behandelt werden.

Welche Risiken bestehen bei einer Laseroperation und welche Garantien geben Sie, wenn ich mich bei Ihnen lasern lasse?

Eine umfangreiche Voruntersuchung ist wichtig, um eventuelle Unwägbarkeiten abzuschätzen. Danach spricht der operierende Arzt mit Ihnen über die Behandlungsmöglichkeiten und Risiken. Das sind vor allem eine hohe Blendempfindlichkeit in der Nacht und eine geringe Über- oder Unterkorrektur.

Das heißt, dass zum ganz scharfen Sehen – beim Auto fahren oder im Kino – eventuell eine Brille nötig ist. Sollte dagegen nach dem Lasern noch ein Rest Kurzsichtigkeit bestehen, ist ein weiterer Eingriff möglich.

Bezahlt die Krankenkasse die Laserkorrektur meiner Kurzsichtigkeit?

Fehlsichtigkeit allein gilt nicht als Krankheit. Deshalb übernehmen die Kassen die Kosten einer Korrektur mit dem Laser in der Regel nicht. Aber es gibt Ausnahmen, die Ihnen Ihr Augenarzt erklären kann. Gelten diese für Sie nicht, liegt es an Ihnen zu entscheiden, ob Ihnen der Komfort eines Lebens ohne Brille rund 3 200 Euro für beide Augen wert ist.

Termine zu Voruntersuchungen in der Uni-Augenklinik können vereinbart werden unter 0351 / 458 31 96