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Donnerstag, 12.09.2013

Es darf eine Nummer größer sein

Große Pullover kaschieren spielend das lästige Bäuchlein. Doch für den Oversized-Look gelten einige Regeln.

Von Cosima M. Grohmann

Weite Strickpullover tragen schnell auf. Hier passt eine figurbetonte Hose gut dazu. Foto: dpa/Eve in Paradise
Weite Strickpullover tragen schnell auf. Hier passt eine figurbetonte Hose gut dazu. Foto: dpa/Eve in Paradise

Der Trick funktionierte schon früher gut: Mit einem Griff in den Kleiderschrank des großen Bruders oder des Freundes bekam das eigene Outfit einen neuen Schliff. Die übergroßen Hemden und weiten Jeans wurden als Boyfriend-Style bezeichnet – und dann um einige Komponenten erweitert. Das Spiel mit den eigentlich zu großen Kleidungsstücken folgt allerdings einigen Regeln, vor allem die Proportionen sollten stimmen. Denn gerade mit dicken Klamotten im Winter mutiert der lässige Oversized-Stil zum Schlabberlook.

Die Imageberaterin Bettina Kiefer aus Hamburg sagt daher: „Meine goldene Regel lautet: Immer nur ein Oversized-Teil tragen, den Rest eng oder zumindest figurbetont.“ Das heißt in der Praxis: „Trage ich unten weite, aufgekrempelte Boyfriend-Hosen mit Pumps oder Halbschuhen, dann muss ich oben ein eng anliegendes Shirt oder einen schmal geschnittenen Pulli anziehen“, erläutert Kiefer. Dazu könne man eine Blazerjacke kombinieren. Wer das Ganze umdrehen möchte, trägt oben weite Pullis oder Blazer und dazu eine enge Leggins.

Die Hersteller machen das auch so vor: Cinque lässt eine enge Lederhose zu einem weiten Cardigan tragen, Eve in Paradies einen entsprechend weiten Pullover zur engen Hose. Comma kombiniert eine anliegende Jeans mit einer weiten Jacke. Sisley macht es anders herum: Eine weite Hose wird mit einem engen Oberteil kombiniert.

„Es sollte immer eine Unterbrechung in der Silhouette geben, sonst wirkt das Ganze einfach sackartig“, sagt die Einkaufsberaterin Stephanie Zarnic aus München. Ihr Tipp für die Wintersaison sind die Blazermäntel, die nicht selten große Schulterpolster haben. „Aber darunter unbedingt untenherum wieder etwas Enges tragen – entweder eine Leggins oder dicke Strumpfhosen“, sagt sie. Mango hat eine wirklich enge Stoffhose dazu, Karl Lagerfeld macht dies mit einer anliegenden Lederhose genauso.

Eine Frage der Proportionen

Eines muss jedoch klar sein, sagt Kiefer: „Der Oversized-Stil ist sehr männlich. Wem das nicht gefällt, der muss gegensteuern.“ Das geht etwa mit dicken Wollkleidern, die über dem Knie enden. „Da kann man dann gut eine dicke farbige Strumpfhose anziehen und schmale Schuhe mit Absatz tragen“, sagt Kiefer.

Bei allen Variationen dieses Stils sollte man eines nicht außer Acht lassen: „Oversize steht längst nicht jedem, man braucht die richtige Figur“, findet die Personal Shopperin Anette Helbig aus Hannover. Und das sind – da ist sie sich mit allen Expertinnen einig – sehr schlanke, nicht zu kleine, aber auch nicht zu große Frauen. Helbigs Meinung nach sollte man auch nicht unbedingt den ganzen Look bedienen wollen und sich lieber eine Sache heraussuchen.

Und das gilt längst nicht nur für kleinere Frauen, die in einem großen Pulli oder klobigen Schuhen schnell aussehen, als hätten sie nicht nur beim großen Bruder geklaut, sondern als hätten sie einfach nichts Passendes gefunden. „Auch große Frauen bekommen durch überweite Kleidung schnell einen noch längeren Oberkörper, als sie ohnehin schon haben“, warnt Helbig. Die Beine könnten dadurch unproportional kurz erscheinen. Kiefers Rat: Immer schauen, dass einzelne Körperteile nicht zu stark betont werden oder die Kleidung gar aufträgt. (dpa)

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