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Montag, 21.11.2011

Wintercamping - gut vorbereitet ins Wintervergnügen

Wintercamping - mit der richtigen Ausrüstung kein Problem. Foto: PR
Wintercamping - mit der richtigen Ausrüstung kein Problem. Foto: PR

Als preiswerte Übernachtungsalternative für Winterurlauber wird Wintercamping immer beliebter. Da moderne Caravans und Wohnmobile nicht nur gut ausgestattet sondern auch winterfest sind, möchten sie ihre Besitzer am liebsten ganzjährig nutzen. So haben insbesondere in den Wintersportregionen immer mehr Campingplätze auch im Winter geöffnet und bieten ihren Wintergästen von der Sauna bis zum Unterhaltungsprogramm alles, was das Urlauberherz erfreut. Vor Eiseskälte braucht sich niemand zu fürchten. Mit der richtigen Camping-Ausrüstung sind auch Außentemperaturen unter 20 Grad Minus angenehm auszuhalten. Für den ungetrübten Camping-Spaß im Winter sind dennoch einige Vorkehrungen und Vorbereitungen zu treffen, damit der Urlaubsspaß nicht bereits bei der Anreise getrübt wird oder mit einer bitteren Erkältung endet.

Wird der Wohnwagen überhaupt richtig warm?

Ja - mit der richtigen Heizung. Üblich sind Gas- oder eine Warmwasserheizungen. Moderne Wohnwagen verfügen inzwischen sogar über eine Fußbodenheizung. Unbedingt sollte die Heizung vor Reisebeginn nochmals geprüft werden. Gerne wird auch vergessen, eine Verlängerung für den Schornstein mitzunehmen. Fällt jedoch zu viel Schnee, so arbeitet die Heizung nicht mehr richtig. Das Umluftgebläse sollte beim Heizen stets mitlaufen, die Lüftungsklappen sollten alle geöffnet werden. Um zu viel Kondenswasser an den Scheiben zu vermeiden, dürfen in der Nacht nicht alle Rollläden vollständig geschlossen werden. Für ausreichend Brennstoff sollte ebenfalls gesorgt sein. Dabei sollte nur reines Propangas verwendet werden, da Gemische gefrieren könnten.

Ideal wäre auch eine elektrische Infrarot-Heizung. Die dafür notwendigen 220 Volt Landstrom bietet inzwischen fast jeder europäische Campingplatz an. Vorteile sind neben dem geringen Verbrauch auch der Wegfall der stickigen, unangenehmen Heizungsluft sowie die absolute Geräuschfreiheit.

Bei jedem Heizen sollten die Oberschränke geöffnet bleiben, damit der gesamte Wohnwagen warm wird. Ansonsten kann es passieren, dass man am nächsten Morgen eine gefrorene Hose aus dem Schrank holt. Des weiteren sollten die Dachluken auf Lüfterstellung positioniert werden. An den Scheiben können Isoliermatten helfen, den Energieverbrauch zu minimieren. Ratsam ist auch ein Wintervorhang an der Tür, der störende Zugluft verhindert.

Welche Ausrüstung ist notwendig?

Genügen im Sommer dünne Schlafsäcke und ein kurzer Schlafanzug, sind im Winter weitaus größere Vorbereitungen zu treffen. Dicke Bettdecken und warme Kleidung sind eine Selbstverständlichkeit. Obwohl die Heizung den Innenraum schnell erwärmt, kann sie dennoch einmal ausfallen. Und in der Nacht sollte man sie sowieso zurück stellen. Sind Kinder mit auf der Reise, müssen genügend Wechselsachen mitgenommen werden. Wer schnell kalte Füße bekommt, sollte seinen Wohnwagen mit einem Teppich auslegen. Unersetzliches Campingzubehör ist zudem eine Gasanlage als Zweiflaschensystem mit Umschaltautomatik. Wichtig: Zehn Liter Propan sind spätestens nach zwei oder drei Tagen verbraucht. Ebenfalls notwendig: Ein Enteisungsspray für die Gasflasche. Weiteres Wichtiges Campingzubehör ist ein Vorzelt mit zusätzlichen Stangen zur Sicherung für eventuell größere Schneelasten. Das Vorzelt dient nicht nur als Stauraum, sondern auch als Kältebrücke. Nasse Kleidung kann hier getrocknet werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass man den Schneematsch vom Vorzelt nicht in den Schlafraum trägt. Falls die Heizung ausfällt, sollte auch stets ein kleiner Heizlüfter bereit stehen.

Auf was sollte man noch achten?

Winterreifen, Schneeketten und ein Starthilfekabel sind ein Muss. Ebenso sollte man sich vor der Abfahrt über die Straßenverhältnisse vor Ort erkundigen. Bei der Ankunft sollte auf einen eisfreien Stellplatz geachtet werden. Taut er erst einmal an, kann der ganze Wohnwagen gefährlich wegrutschen. Die Handbremse ist zu lösen, damit sie nicht festfrieren kann. Auch Stromkabel sind vom Boden fernzuhalten, da sie ebenfalls festfrieren können. In außen liegende Tanks sollte genügend Frostschutzmittel eingefüllt werden. Auch eine Schneeschaufel darf nicht vergessen werden. Die Schneelast auf dem Wohnwagen kann enorm werden. Aus diesem Grunde ist tägliches Schippen Pflicht. Da im Winter der Körper mehr Energie verbraucht, sollte auch an ausreichend Essen und Trinken gedacht werden.

Beliebte Plätze für das Wintercamping

Sowohl in Deutschland als auch in den angrenzenden Ländern entwickelt sich das Wintercamping zu einer beliebten Übernachtungsalternative. Über 1.000 Plätze warten allein in Deutschland auf die Wintergäste. Allerdings sind die Plätze in den schneesicheren Gebieten schnell ausgebucht. In den Bayerischen Alpen ist der Alpen-Caravanpark Tennsee sehr bekannt und begehrt. Hier warten in unmittelbarer Nähe eine Naturrodelbahn, weitläufige Skigebiete und die mit über sechs Kilometern längste Free-Riding-Abfahrt Deutschlands auf die Campingfreunde. Auch Camping Grafenlehen und Camping Allweglehen in Berchtesgaden sowie das Rubi-Camp im Allgäu sind beliebte Plätze für Wintercamping.