Dienstag, 15.02.2011

Warum der Flohmarkt Flohmarkt heißt

Flohmärkte gibt es schon seit rund 140 Jahren. Deutschland entdeckte das Trödeln erst spät für sich.

Unzählige Trödelmärkte, wie hier am Ufer der Seine, gibt es in Paris. Frankreich gilt als Ursprungsland der Flohmärkte. Foto: dpa
Unzählige Trödelmärkte, wie hier am Ufer der Seine, gibt es in Paris. Frankreich gilt als Ursprungsland der Flohmärkte. Foto: dpa

Warum genau heißt der Flohmarkt eigentlich Flohmarkt? Darüber kann heute nur spekuliert werden. Eine gängige Meinung lautet, der Begriff stamme aus dem Französischen, denn dort heißt der Trödelmarkt schlicht "Marché aux Puces", was übersetzt nichts anderes heißt als "Flohmarkt".

Es gibt zwei Versionen darüber, wie die Märkte einst in Frankreich entstanden. Version eins besagt, dass seit dem späten Mittelalter Lumpenhändler die abgelegten Kleider der Reichen, die sie ihnen vorher abgekauft hatten, verkauften. Doch mit Hygiene war es damals noch nicht weit her und so "bewohnten" die Kleider bald nicht nur deren neue Besitzer, sondern eben auch Flöhe. Nach einer großen Flohplage mussten die Händler in den Norden der Stadt ziehen. 1890 fand dort der erste Flohmarkt Frankreichs statt.

Eine andere Geschichte erzählt die Entstehung auf andere Weise. Sie besagt, dass 1880 ein Unbekannter durch die Straßen von Paris lief und angesichts der Stände, Menschen und des vielen Trödels, der auf den Straßen angeboten wurde, ausrief: "Das sieht ja aus wie auf dem Markt der Flöhe!" Voilà, der Flohmarkt war geboren.

Danach sollen sich zwischen 1880 und 1900 die ersten Trödelmärkte in Saint-Quen vor den Toren von Paris entwickelt haben. Ähnlich wie heute Sperrmüllhändler, zogen nachts Trödler durch die Straßen und suchten nach Dingen, die andere nicht mehr brauchten. Nach und nach boten sie ihre Fundstücke an den gleichen Plätzen feil. 1885, so heißt es, habe der Bürgermeister ihnen dann einen festen Platz für ihren Markt zugewiesen - die Grundlage für "Les Puces de Paris Saint-Quen", einen der heute größten Flohmärkte der Welt. Auch an anderen Stellen in Paris wurde das Konzept übernommen.

Neben Frankreich gilt auch Belgien als Ursprungsland der Flohmärkte. Die Märkte der "brocanteurs" (Trödler) gaben den Startschuss. Den täglichen Trödelmarkt auf dem "Place du Jeu de Balle" gibt es schon seit 1873. Er findet im einstigen Armenviertel Brüssels, den Marollen, statt. Mittlerweile leben dort Arme und Reiche nebeneinander.

Deutschlands Flohmarktgeschichte begann spät. Erst 1967 soll es den ersten Trödelmarkt in der Altstadt von Hannover gegeben haben. Er soll unter der Regie des Aktionskünstlers und Gründers eines Uelzener Privattheaters Reinhard Schamuhn stattgefunden haben. (szo)

Mit Informationen von: www.planet-wissen.de