Donnerstag, 17.03.2011
Radhosen: Peinlicher Liebestöter oder sinnvolle Anschaffung?
Mal nicht nur aufs Aussehen achten: Radhosen können auch durchaus sinnvoll sein, wenn man mit dem Rad auf den Straßen in Deutschland unterwegs sein möchte.
Beim Radfahren nicht nur aufs Aussehen achten: Radhosen können auch durchaus sinnvoll sein. Foto: PR
Mal Hand aufs Herz: Einen Preis in Sachen Mode werden Radhosen wohl erst dann gewinnen, wenn die 1980er Jahre mit aller Heftigkeit eine Renaissance feiern. Während Sportmodenhersteller sich bei Hosen für andere Sportarten - zum Beispiel Basketball oder Jogging - durchaus Mühe geben, werden Radhosen für Radsportler fast schon stiefkindlich behandelt. Zumindest was das Design angeht. Doch warum betrachten viele Radhosen als so unmodisch? Das dürfte wohl einerseits an dem hautengen Schnitt liegen, andererseits aber auch am glänzenden Material. Es ist kein Wunder, dass vor allem Freizeitradfahrer sich über das Thema Radhosen lustig machen und lieber zu anderer Sportbekleidung greifen. Das Erwachen ist dann spätestens nach einer längeren Radtour ziemlich schmerzhaft.
Manchmal ist die Optik einfach nicht alles
Zugegeben - wenn man nicht gerade Rennen fährt, dürfte für die meisten Radfahrer irrelevant sein, dass die Aerodynamik mit Radhosen einfach besser ist. Auch die Tatsache, dass die Hosen Wind und Wasser nicht gut durchlassen, spielt bei Freizeitfahrern wohl eher keine Rolle. Wieso sollten die auch im Regen oder bei Kälte Fahrrad fahren? Da wird höchstens mitleidig über Profisportler gelächelt, die selbst bei schlechtestem Wetter noch Spaß an ihrem Training haben. Während also müde über den sportlichen Wahnsinn gelächelt wird, begehen vor allem Freizeitsportler einen gravierenden Fehler: Sie pfeifen auf angemessene Fahrradbekleidung und schwingen sich lieber in Jeans und Shirt aufs Rad. Ein Fehler, den manche Leute übrigens auch in anderen Sportarten machen - und dann wundert man sich noch darüber, weshalb man sich so schlecht bewegen kann, schnell schwitzt, immer Ärmel im Weg hat oder etwas kaputt geht. Doch sei es drum: Manche Menschen müssen es wohl auf die schmerzhafte Tour und ohne Radhosen lernen.
Eine gut gepolsterte Radhose ist das A und O
Da schwingt man sich also in den Sattel und legt über einen Tag hinweg gemütlich 40 Kilometer oder mehr zurück. Und am Abend wundert man sich, dass der Hintern förmlich brennt. Das ist auch kein Wunder: Die Sättel von Freizeiträdern sind zwar besser gepolstert als bei Rennrädern. Für stundenlanges Sitzen sind sie dennoch nicht gemacht. Wenn man Glück hat, haben sich auf den Vier Buchstaben nur Druckstellen gebildet und man kann die nächsten Tage nur auf Kissen sitzen. Hat man Pech, dann hat man sich auch noch die Haut aufgescheuert. Und spätestens jetzt ist es der Profi, der lacht. Der trägt nämlich nicht nur einfach ein ziemlich hässliches Kleidungsstück, sondern vor allem ein gut gepolstertes. Was der Sattel nicht ausgleicht, können nämlich die Radhosen noch herum reißen. Und da sieht man mal wieder: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.