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Mittwoch, 28.11.2012

Die Gedanken steuern lernen

Meditation verringert Stress. Schon Anfänger können den Effekt spüren. Doch nicht jeder Kurs ist sein Geld wert.

Mit geschlossenen Augen im Schneidersitz auf dem Boden hocken und „Ohmmm“ murmeln – das ist in etwa das Bild, das viele vor Augen haben, wenn sie an Meditation denken. Das ist nicht unbedingt falsch, greift aber zu kurz. Denn Meditieren ist mehr.

Unter Meditation verstehe man diverse mentale Verfahren der Konzentration und Besinnung, erklärt Björn Husmann von der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren. „In vielen Kulturen kommt dazu noch ein religiöses Element.“

Hierzulande nutzen viele das Meditieren, um Stress und den Fluss von Gedanken zu reduzieren. „Wir haben nie gelernt, mit unserem Geist und unseren Gedanken umzugehen“, sagt die Meditationsbuchautorin Maren Schneider. „Meist zwingen uns unsere Gedanken zu Handlungen.“ Man könne aber lernen, Autonomie über die Gedanken zu bekommen und so zu entscheiden, ob man den Gedanken folgen möchte oder nicht.

Dafür sei Meditation gut geeignet, sagt Schneider. Eine Variante ist, sich auf das Atmen zu konzentrieren. Dabei sitzt oder liegt man und versucht, seinen Atem zu spüren, zum Beispiel im Bauch. „Allerdings ist es gar nicht so einfach, mit der Aufmerksamkeit nur beim Atem zu bleiben, gerade am Anfang schweifen die Gedanken immer wieder ab“, sagt Maren Schneider, die als Heilpraktikerin arbeitet. Das sei aber nicht schlimm. Es brauche dann nur wieder etwas Konzentration aufs Atmen.

Fantasiereisen sind eine weitere Meditationsalternative, sagt Björn Husmann. Statt auf den Atem fokussiere man sich auf ein bestimmtes Bild vor dem inneren Auge, das für den Übenden zum Beispiel Gelassenheit oder innere Ruhe besonders treffend ausdrückt.

Wer Meditieren lernen möchte, kann vorher Bücher lesen oder einen Lehrer suchen. Weil keine einheitlichen Qualitätskriterien existieren, sollten Interessierte sich vorab erkundigen, welche Qualifikationen ein Trainer hat und wie lange er schon praktiziert. Auch die Kosten können stark variieren, sagt Husmann. „Teilweise bieten Vereine ihre Kurse für 50 Euro Jahresbeitrag an, während es bei anderen mehrere hundert Euro kostet.“

Grundsätzlich ist Meditation zwar für viele Menschen geeignet, aber nicht für alle: „Wer zum Beispiel schwere Schmerzzustände oder schwere Depressionen hat, wird sich kaum entspannen können“, sagt Husmann. (dpa)