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Dienstag, 13.02.2018 SZ-Kolumne „Mein Gartentipp“

Der Feind des Rasens

Moos wächst dort, wo es dem Rasen schlecht geht. Drehen Sie den Spieß einfach um.

Von Wolfgang Friebel

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© Symolbild: dpa

  • Gartenexperte Wolfgang Friebel
    Gartenexperte Wolfgang Friebel

Das Mooswachstum beginnt meist an solchen Stellen, wo länger als üblich Schatten anliegt. Dadurch sind diese Flächen meist länger feucht, und obendrein ist oft die Erde an diesen Stellen stark verdichtet. Das wiederum hat zur Folge, dass die Erde länger kalt ist als an anderen Stellen. All das sind schlechte Bedingungen für ein gutes Rasenwachstum. Und wenn dann der Rasen anfängt zu kümmern und die Lücken zwischen den Grashalmen immer größer werden, hat das Moos ideale Startbedingungen. Rasen stellt sein Wachstum bei Temperaturen unter 9 Grad ein, und das Moos wächst bis zum Gefrierpunkt munter weiter. Wenn wir uns nur den Verlauf der bisherigen Wintertemperaturen ansehen, dann erkennt man, dass das Moos fast ganzjährig gute Bedingungen zum Wachsen hat.

Rasen wächst am besten in voller Sonne auf einem nahrhaften und gut durchlüfteten Boden. Der pH Wert sollte bei etwa 6,5 liegen. Die Aussaat von Rasen ist immer möglich, wenn die Bodentemperaturen dauerhaft über zehn Grad liegen und eine entsprechende Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist. Je nach Saatgutmischung dauert das Keimen bis zu drei Wochen, in dieser Zeit darf das Saatgut nicht austrocknen. Wenn einmal Regen gefallen ist oder man bewässert hat, muss man die Bodenfeuchte bis zum vollständigen Auskeimen beibehalten. Das Mähen erfolgt regelmäßig auf eine Höhe von 3,5 bis 5 cm. Regelmäßige Gaben eines Rasendüngers führen dem Boden die notwendigen Nährstoffe zu. Eine Analyse der Nährstoffe im Boden erleichtert die Düngung.

Zurück zum Moos-Problem. Gegen Schatten wird man nicht viel ausrichten können, hier kann eine spezielle Schattenrasenmischung etwas helfen. Wenn der Boden verdichtet ist, hilft vielleicht ein Belüften – eventuell kann man mit einer Grabegabel in kurzen Abständen einstechen und durch Bewegen etwas lockern. Durch Einkehren von Sand wird der Boden etwas durchlässiger. Vorhandenes Moos sollte mit einem Vertikutierer oder mit einer Eisenharke entfernt werden. Die häufig gepriesene Kalkgabe ist keinesfalls schädlich, sie hilft aber nicht wirklich gegen Moos. In unserer Region sind die meisten Gartenböden leicht sauer, sodass Kalk immer einen Nutzen bringt. Er sollte aber nie gleichzeitig mit Dünger verabreicht werden.

Gartenexperte Wolfgang Friebel war Gartenmeister in Pillnitz. Haben auch Sie eine Frage an ihn? Schreiben Sie an die Sächsische Zeitung, Nutzwerk, 01055 Dresden oder eine Mail.

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