Reisen
| reise-news | sz-reisen |
Samstag, 30. Mai 2009
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Party im türkischen Bad
Von Kristina Grunwald
Budapest - Im Rudas-Bad kann man bis vier Uhr in der Früh feiern und tanzen.
In sz-online
Es ist schon weit nach Mitternacht. Doch im Rudas-Bad in Budapest – einem Thermalbad aus der Türkenzeit – ist noch lange nicht Feierabend. Wo sich im 16. Jahrhundert ein Pascha einen Badetempel mit acht Säulen bauen ließ, feiern heute Jung und Alt in den frühen Sonntag. Einmal im Monat legen DJs unter der Kuppel eines der ältesten Thermalbäder der ungarischen Hauptstadt internationale Hits und ungarische Rockballaden auf. Rote und grüne Laserstrahler vermischen sich mit dem Nebel, der aus dem warmen Thermalwasser steigt. Der Name „Cinetrip“ für diese Party verleiht dem Ganzen einen Hauch von Hollywood. Das lieben die Ungarn. Der historische Teil des Bades wurde restauriert, der Rest leider noch nicht. Das Eingangsportal gibt sich schlicht, postsozialistisch: ein einfaches Kassenhäuschen, eine ganz normale Kantine zwischen Sprelacartplatten und Betonfußboden. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet eine der tollsten Samstagnachtpartys. Bis in die frühen Morgenstunden kann man hier feuchtfröhlich feiern.
Tagsüber – streng nach Geschlecht getrennt – gehen im Rudasbad am Donauufer zu Fuß des Gellértberges hauptsächlich ältere Herrschaften ihrem Badegang nach. Sie kurieren „Kalkmangelzustände des Knochensystems“ aus, wie es auf den einfachen Handzetteln heißt, die im Eingangsbereich verteilt werden. In der Nacht plantscht Partyvolk zu Rock und Techno. Das achteckige Hauptbecken mit einem Durchmesser von zehn Metern unter der steinernen Kuppel ist hauptsächlich Bikinischönheiten vorbehalten. Wahrscheinlich des warmen Wassers wegen. In Budapest gibt es über 100 Thermalquellen, die zehn anerkannte Heilbäder und weitere elf Schwimmbäder füllen. Eigentlich müsste die ungarische Hauptstadt den Titel „Bad“ Budapest tragen. Besonders stilvoll entspannt man im warmen Wasser des Gellért-Bades zwischen imposanten Säulen und Jugendstilverzierungen. Im Széchenyi-Bad im Stadtwäldchen ist die Badekulisse eine barocke und die Besucher sind eher im Wasser Schach spielende ältere Männer.
Auf der Margareten-Insel kann man im Thermalhotel relativ preisgünstig einen Gesundheitsurlaub buchen – im eher nüchternen Look eines modernen Schwimmbades. Das Publikum der Budapester Thermalbäder ist eher ein älteres. Deshalb hat man sich im Rudas-Bad (fürdö) schon vor gut zehn Jahren etwas einfallen lassen. Mit Stummfilmpartys ging es los, bis die Betreiber 2007 auf die Idee von „Cinetrip SPArty“ gekommen sind. Knapp 250 Feiernde sind erlaubt, mehr als 1 000 Reservierungen gehen für jede der Partys ein. Csilla Mezösi schwärmt von der unvergleichlichen Atmosphäre der monatlichen Badepartys. Die junge Ungarin kennt viele Bäder und viele Partys, sie kommt in der Welt rum. „Im Rudas ist es einmalig“, sagt die Tourismusmanagerin. Überall wandeln fröhliche Menschen mit Handtüchern um die schwingenden Hüften. Auch für die richtigen Party-Getränke ist gesorgt, die Barkeeper haben kräftig zu tun. Die Trinkbrunnen mit den drei Quellen Hungária, Attila und Juventus – die innerhalb des Bades sprudeln – beachtet niemand in dieser Nacht.
Die Reise wurde unterstützt vom Ungarischen Tourismusamt und vom Danubius Health Spa Budapest.
Tagsüber – streng nach Geschlecht getrennt – gehen im Rudasbad am Donauufer zu Fuß des Gellértberges hauptsächlich ältere Herrschaften ihrem Badegang nach. Sie kurieren „Kalkmangelzustände des Knochensystems“ aus, wie es auf den einfachen Handzetteln heißt, die im Eingangsbereich verteilt werden. In der Nacht plantscht Partyvolk zu Rock und Techno. Das achteckige Hauptbecken mit einem Durchmesser von zehn Metern unter der steinernen Kuppel ist hauptsächlich Bikinischönheiten vorbehalten. Wahrscheinlich des warmen Wassers wegen. In Budapest gibt es über 100 Thermalquellen, die zehn anerkannte Heilbäder und weitere elf Schwimmbäder füllen. Eigentlich müsste die ungarische Hauptstadt den Titel „Bad“ Budapest tragen. Besonders stilvoll entspannt man im warmen Wasser des Gellért-Bades zwischen imposanten Säulen und Jugendstilverzierungen. Im Széchenyi-Bad im Stadtwäldchen ist die Badekulisse eine barocke und die Besucher sind eher im Wasser Schach spielende ältere Männer.
Auf der Margareten-Insel kann man im Thermalhotel relativ preisgünstig einen Gesundheitsurlaub buchen – im eher nüchternen Look eines modernen Schwimmbades. Das Publikum der Budapester Thermalbäder ist eher ein älteres. Deshalb hat man sich im Rudas-Bad (fürdö) schon vor gut zehn Jahren etwas einfallen lassen. Mit Stummfilmpartys ging es los, bis die Betreiber 2007 auf die Idee von „Cinetrip SPArty“ gekommen sind. Knapp 250 Feiernde sind erlaubt, mehr als 1 000 Reservierungen gehen für jede der Partys ein. Csilla Mezösi schwärmt von der unvergleichlichen Atmosphäre der monatlichen Badepartys. Die junge Ungarin kennt viele Bäder und viele Partys, sie kommt in der Welt rum. „Im Rudas ist es einmalig“, sagt die Tourismusmanagerin. Überall wandeln fröhliche Menschen mit Handtüchern um die schwingenden Hüften. Auch für die richtigen Party-Getränke ist gesorgt, die Barkeeper haben kräftig zu tun. Die Trinkbrunnen mit den drei Quellen Hungária, Attila und Juventus – die innerhalb des Bades sprudeln – beachtet niemand in dieser Nacht.
Die Reise wurde unterstützt vom Ungarischen Tourismusamt und vom Danubius Health Spa Budapest.







